Der Biber: Alles andere als unauffällig
Diesen Panzer kann man nicht übersehen. Er transportiert zwei jeweils 11 Meter lange symmetrische Brückenhälften. Das Leopard 1 Fahrgestell und die Brücke bilden zusammen das System Panzerschnellbrücke „Biber“.


Zwei Brückenelemente mit je 11 Metern Länge (Quelle: Bundeswehr / Jung)
Schon von weitem ist die Silhouette des Bibers am Horizont zu erkennen. Schnell nähert sich der Brückenleger seinem Ziel. Ort des Geschehens ist der Standortübungsplatz bei Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Oberfeldwebel Martin Heise (29) hat das Kommando. Über die Bordsprechanlage weist er dem Kraftfahrer den Weg. Seit fünf Wochen hat Heise zwei Auszubildende an der Panzerschnellbrücke. Die sechste und letzte Woche bildet den Höhepunkt: Praktische Ausbildung im Gelände bei Tag und bei Nacht.
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Schwieriger als es aussieht: Das Aufnehmen der Brücke (Quelle: Bundeswehr / Jung)
Unterstützung der Truppe
Alle drei Soldaten gehören zur Panzerpionierkompanie 200 mit Standort Augustdorf. Aufgabe der Kompanie ist die Unterstützung der Kampftruppe. Mit vier Systemen Panzerschnellbrücke wird die Beweglichkeit der eigenen Truppe unterstützt. Die Bedienung des Systems erfordert eine gründliche Ausbildung aber auch eine Portion Geschick. „Das schwierigste ist die Brückenaufnahme. Der Hauptausleger muss Millimetergenau in die abgelegte Brücke eingefädelt werden“, beschreibt Obergefreiter Peter Zajak (21) seine Aufgabe. Der Wehrpflichtige Abiturient hat die Panzerfahrschule in Dornstadt absolviert und bekommt jetzt seine Spezialausbildung als Kraftfahrer und Bediener des Biber.
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Basis des Systems ist das Fahrgestell des Leopard 1 (Quelle: Bundeswehr / Jung)
Üben, üben, üben
Heise kennt den Übungsplatz in- und auswendig. Das Ablegen der Brücke lässt er üben, immer in unterschiedlichem Gelände.
„Mir liegt besonders die materialschonende Bedienung am Herzen“, sagt der Oberfeldwebel. Schon steuert der Biber den nächsten Geländeeinschnitt an. Heise ist abgestiegen, seinen Kommandantenplatz hat Stabsunteroffizier Benjamin Perner (25) übernommen. Er ist der zweite Auszubildende am Biber. Seine Ausbildung als Kraftfahrer und Bediener liegt schon einige Zeit zurück. Darauf aufbauend bekommt er nun die Kommandantenausbildung.
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20 Meter können überbrückt werden (Quelle: Bundeswehr / Jung)
Wie von Geisterhand
Zajak steuert den Biber vor den Geländeeinschnitt. Die beiden Brückenhälften liegen noch in Transportstellung vorne und hinten auf dem Haupt- und Heckausleger des Fahrzeugs. Zajak kennt den Ablauf zu genüge. Ablassen des Stützschildes, bedienen der Brückenmechanik. Die beiden Brückenhälften heben sich darauf horizontal liegend. Das untere Element fährt nach vorn und verbindet sich mit dem oberen in der Brückenmitte. Anschließend schiebt sich die gesamte Brücke mittels des Hauptauslegers nach vorn und wird vom Bediener abgelegt. Der gesamte Ablegvorgang dauert rund drei Minuten.
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Nachfolgemodell des Bibers: Die PSB 2 (Quelle: Krauss-Maffei Wegmann)
Nachfolgemodell in Planung
Mit der Panzerbrücke lassen sich Geländeeinschnitte, Schluchten oder Gewässer bis zu einer Breite von bis zu 20 Meter überwinden. Die vier Meter breite Brücke kann von Fahrzeugen bis zur Militärischen Lastenklasse (MLC) 60 passiert werden. Für den Leopard 2 A 6 mit MLC 70 eignet sich die in den siebziger Jahren eingeführte Panzerschnellbrücke nicht mehr. Ein Nachfolgemodell auf Leopard 2 Fahrgestell soll künftig diese Fähigkeit erfüllen.
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