Multinationale Luftbeweglichkeit
Donaueschingen, 16.03.2010.
Die Deutsch-Französische Brigade übte eine Woche lang mit deutschen, französischen und belgischen Soldaten, um sich auf die Teilnahme an der schnellen NATO- Eingreiftruppe vorzubereiten. Sieben belgische Hubschrauber sorgten für die multinationale Luftbeweglichkeit.

Ein gewöhnlicher Wintertag im Schwarzwald-Baar-Kreis: Auf dem Standortübungsplatz hat der Winterdienst schon längst die Straßen geräumt, während der Rest des Geländes noch vom Schnee der letzten Wochen bedeckt ist. Der Schneefall ist mittlerweile in Regen übergegangen, als bei eisigen Temperaturen am frühen Nachmittag sieben belgische Militärhubschrauber am grauen Himmel auftauchen. Die Deutsch-Französische Brigade ist wieder einmal im Begriff, in Sachen multinationaler militärischer Kooperation einen Schritt weiterzugehen.

Vorbereitet auf Schnelle Einsätze
Eine Woche lang übten 140 deutsche, französische und belgische Soldaten am Standort Donaueschingen das Multinationale Zusammenspiel im Einsatz. Mit sieben Helikoptern der belgischen Luftwaffe aus Bierset und ihren Besatzungen wurden die militärischen Verfahren im luftbeweglichen Einsatz geübt. Diese Übung ist Bestandteil der vorbereitenden Ausbildung für die schnelle Eingreiftruppe NATO-Response Force (NRF). Die Brigade gehört ab Juli für sechs Monate zum Kontingent dieser Eingreiftruppe. Diese ist innerhalb weniger Tage für weltweite Einsätze abrufbar.
Die Besonderheit der Übung ist die erneute, forcierte Zusammenarbeit mit den belgischen Streitkräften in dieser luftbeweglichen Form. Bereits 2006 wurde im Rahmen der Vorbereitung für die NATO-Response Force gemeinsam und multinational geübt. Bei den eingesetzten belgischen Helikoptern handelt es sich um den Typ Agusta A109, einen leichten Mehrzweckhubschrauber, in drei verschiedenen Ausführungen: MedEvac-Maschinen (Medical Evacuation), die zum Transport und zur intensivmedizinischen Betreuung von Verwundeten ausgerüstet sind, CCA-Maschinen (close combat attack) mit Panzerabwehrbewaffnung sowie Transporthubschrauber.

Schnelle Hilfe aus der Luft
Immer wieder starten und landen die beiden MedEvac-Hubschrauber im Wechsel. Am Landeplatz werden sie bereits von den jeweils vier Mann starken Trupps und den simulierten Verwundeten erwartet. Landung, Entladen, Beladen, Start: Im Fünf-Minuten-Rhythmus werden so die Abläufe bei der Übergabe eines Verwundeten an die medizinisch geschulten Besatzungen und das Einweisen des Hubschrauberpiloten bei Start und Landung geübt. Ein reibungsloser Übungsablauf und das gute kameradschaftliche Verhältnis zu den belgischen Kameraden sorgen dafür, dass die Ziele der Übung erreicht wurden. Die Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade haben die Arbeitsabläufe und das Gerät der belgischen Bündnispartner für einen möglichen gemeinsamen Einsatz kennen gelernt. Es wurden Kontakte zu den belgischen Kameraden geknüpft, die im Falle eines Einsatzes während der NRF-Bereitschaftsphase unter das Kommando der Brigade gestellt werden. „In solchen Übungen macht es richtig Spaß, Soldat zu sein.“
, resümierte der Projektoffizier der Übung Major Michel Magne.

NATO-Response Force
Bei der NATO Response Force handelt es sich um die schnelle Eingreiftruppe der NATO. Dieser multinationale Verband befindet sich nach einer sechsmonatigen Vorausbildung für weitere sechs Monate in Bereitschaft. Während dieser sogenannten Stand-by Phase kann die NRF binnen weniger Tage an nahezu jeden Ort weltweit verlegt werden, um dort Operationen im gesamten Einsatzspektrum der NATO durchzuführen. Ein solcher Einsatz wird grundsätzlich einstimmig im NATO-Rat beschlossen. Die Deutsch-Französische Brigade stellt nach ihrer Teilnahme an NRF 7 vor vier Jahren bereits zum zweiten Mal große Teile ihres Personals und Geräts für diese schnelle Eingreiftruppe zur Verfügung.
