Die Allgemeine Grundausbildung

Die Rekruten werden zur Unterkunft geführt (Quelle: Heer/Dana Kazda)
Grundausbildung im Heer – ein Abenteuer, eine harte Zeit sicherlich, aber was ist dran, an den Erzählungen, die jeder kennt? Was bedeutet Kameradschaft? Wie ist es, wenn man zum ersten Mal längere Zeit von zu Hause weg ist? Fragen über Fragen. Die Online-Redaktion des Deutschen Heeres hat junge Männer und Frauen begleitet – von der Einberufung bis zur Rekrutenprüfung - und berichtet auf dieser Sonderseite über die erste Zeit „beim Bund“ und die vielfältigen Eindrücke junger Menschen.
Die Themen
297 Offizieranwärter und 138 Wehrpflichtige der Rekrutenkompanie 3 haben jetzt in Idar-Oberstein ihr Feierliches Gelöbnis abgeleistet. Die Ansprache hielt Staatssekretärin Julia Klöckner. Der Tag endete mit einem öffentlichen Biwak in der Innenstadt. Ranghöchster militärischer Gast war General Karl-Heinz Lather, der Tags darauf aus der Artillerietruppe verabschiedet wurde.
Die allgemeine Grundausbildung endet für Rekruten mit der sogenannten Rekrutenbesichtigung. Nun müssen die jungen Soldaten beweisen, was sie in den vergangenen drei Monaten gelernt haben. An verschiedenen Stationen stellen sie sich den geforderten Aufgaben. Heute ist für die Soldaten der 5. Kompanie des Panzergrenadierlehrbataillons 92 aus Munster einer dieser wichtigen Tage.
„In der Grundausbildung werden Dir die Hammelbeine langgezogen“
– mit diesem und manch anderem flotten Spruch baut sich vor dem Gang zur Bundeswehr bei vielen jungen Leuten ein mulmiges Gefühl auf. Rekrut Philipp Biedendorf hat die ersten Monate seines Wehrdienstes hinter sich und erzählt, wie er die Truppe erlebt hat.
Die Rekrutenprüfung bildet den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der Allgemeinen Grundausbildung (AGA). In der Prüfung müssen die Soldaten beweisen, ob sie die Ausbildungsziele erreicht haben. Das Ergebnis zeigt den Rekruten und der aufnehmenden Einheit ein eindeutiges, aussagekräftiges Bild über den vermittelten Leistungsstand zum Ende der Allgemeinen Grundausbildung.
Die Kanoniere vom zweiten Ausbildungszug absolvierten vom 10. bis 12. März ihr zweites Übungslager. Dieses diente zur „Basisausbildung für die Einsatzvorbereitende Ausbildung im Rahmen von Konfliktverhütung und Krisenbewältigung (EAKK). Ziel war es, den jungen Rekruten die militärischen Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten für Stabilisierungsoperationen zu vermitteln.
Der Wettergott hat ein Einsehen mit den Rekruten. Während des wärmenden Mittagessens im Unterkunftsgebäude hat der Dauerregen aufgehört. Kurzzeitig kommt sogar die Sonne zum Vorschein. Pünktlich zum Ausbildungsbeginn kommt der nächste Regenschauer und der soll nicht der letzte sein an diesem Nachmittag.
"Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Jedes Jahr bekennen sich zehntausende junge Wehrpflichtige mit diesen im Soldatengesetz festgeschriebenen Worten zu ihrer Aufgabe für die Gemeinschaft und zu ihren gesetzlichen Pflichten. Rund 400 Rekruten vom Logistikbataillon 461 Walldürn, Transporthubschrauberregiments 30 Niederstetten und Panzerflugabwehrkanonenbataillons 12 Hardheim waren am 12. Februar zum Ablegen des feierlichen Gelöbnisses auf dem Flugplatz angetreten.
Es ist kalt an diesem Mittwochmorgen, über den Wiesen liegen Bodennebel. Das Thermometer zeigt minus drei Grad, doch die aufgehende Sonne und der blaue Himmel wecken die Hoffnung auf einen sonnigen Tag. Hier am Biwakplatz „Langenfeld“ des Standortübungsplatzes Külsheim ist es noch ruhig. Lediglich das Hämmern eines Spechtes ist weithin zu hören.
Die Allgemeine Grundausbildung ist der erste Schritt in der Ausbildung zum „feldverwendungsfähigen“ Soldaten. Die Grundausbildung ist fordernd, abwechslungsreich und erlebnisorientiert gestaltet. Das fördert die Entwicklung des „Wir-Gefühls“. Die Anforderungen und Belastungen lassen sich in einer kleinen Kampfgemeinschaft leichter bewältigen.
Ein Ziel der Allgemeinen Grundausbildung ist die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Robustheit und Durchhaltefähigkeit der Soldaten sollen gefestigt werden. Zum Erreichen dieses Zieles dient der Sport in der Bundeswehr und die schrittweise Erhöhung der militärischen Belastung. Zunächst wir der aktuelle Stand der Leistungsfähigkeit festgestellt.
„Vollzählig, wir können abfahren“, sagt Oberfeldwebel Alexander Woithe (26) zum Busfahrer. Woithe ist der stellvertretende Zugführer und Gruppenführer der 1. Gruppe. Die Kanoniere, Kanonier ist der Dienstgrad der Rekruten, des zweiten Ausbildungszuges fahren zum Empfang der persönlichen Ausrüstung in den benachbarten Standort Walldürn. Dort befindet sich eine Servicestation der Bekleidungsgesellschaft der Bundeswehr.
Mittwoch, 7. Januar. Es ist ein sonniger, kalter Vormittag. Der Wind lässt keine Gemütlichkeit aufkommen. „Guten Tag, Marcel Schüßler (22) ist mein Name, bin ich hier richtig?“ Der junge Mann stellt seine Reisetasche ab, zeigt dem Wachsoldaten der Carl-Schurz-Kaserne seinen Einberufungsbescheid und Personalausweis. Ein kurzer Blick des Wachsoldaten genügt. „Hier sind sie richtig. Folgen sie der Ausschilderung Rekruten“, antwortet er, wie schon oft an diesem Tag.