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KSK-Übung: Gemeinsame Operation

Das Bild zeigt zwei KSK-Soldaten die zwei Personen kontrollieren

Im Morgengrauen beginnt die Durchsuchung (Quelle Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Calw, 07.02.2012.
Das Ziel in Afghanistan ist, dass die einheimischen Kräfte irgendwann selber für Sicherheit in ihrem Land sorgen können. Die NATO bildet die afghanischen Soldaten deshalb aus, führt mit ihnen gemeinsam Operationen durch. Auch die Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) kämpfen im Einsatz zusammen mit afghanischen Soldaten. In der Heimat bereiten sie sich auf diese gemeinsamen Operationen akribisch vor.

Tagesanbruch. Bäume schälen sich schemenhaft aus der Dunkelheit. Vögel beginnen ihr Morgenkonzert, orientalische Musik mischt sich darunter. Sie kommt aus einem Lager der einheimischen Bevölkerung. Dort stehen Männer an einer Feuertonne, wärmen sich. Ein Fahrrad lehnt mit platten Reifen achtlos an einen Baum. Verschleierte Frauen passieren den Hofplatz. Draußen, außerhalb der Mauer huschen leise gut getarnte Gestalten durch den Wald. Kein Knacken der Äste, kein Klappern der Ausrüstung ist zu hören.

Das Bild zeigt zwei KSK-Soldaten einer davon trägt eine Leiter

KSK-Soldaten während der Operation (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sind unterwegs, unentdeckt und leise. An ihrer Seite: einheimische Sicherheitskräfte, dargestellt von Fallschirmjägern mit fremden Uniformen. Sie haben den Auftrag erhalten nach Aufständischen zu suchen, die sich in diesem Gebiet verstecken sollen. Jäh zerreist eine Detonation die Stille. Die Soldaten haben einen Irritationskörper, eine sogenannte „Flashbang“, geworfen. Der Blitz und der Knall verschafft ihnen das Überraschungsmoment. Die Männer an den Feuertonnen und die verschleierten Frauen flüchten in ein Gebäude. Die Kommandosoldaten und die einheimischen Sicherheitskräften stürmen schnell und entschlossen den Innenhof. Es gibt keine Gegenwehr und die Lage ist unter Kontrolle.

Das Bild zeigt einen KSK-Soldaten sowie jemand von den Sicherheitskräften die eine Personenkontrolle durchführen

Soldaten des KSK und Sicherheitskräfte (re) arbeiten Hand in Hand (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Gefährliche Situation

„Dorfältester, kommen Sie raus“, erschallt es durch das Megafon des Übersetzers. Da ist er auch schon, mit weißem Kaftan und Bart. „Bitte nicht schießen, wir habe auch Frauen dabei“, appelliert der alte Mann, ein Darsteller aus den Unterstützungskräften des KSK. „Sag’ ihm, er soll die Männer einzeln aus dem Gebäude schicken“, weist der Truppführer den Übersetzer an. Nach und nach kommen die Männer aus dem Gebäude. Die einheimischen Sicherheitskräfte übernehmen sie, alle werden zunächst in gebührendem Abstand an die Grenzmauern der Siedlung platziert. Die Situation ist sehr gefährlich. Vor der Durchsuchung besteht die Gefahr, dass Aufständische mit Waffen oder Sprengstoff unter der Bevölkerung sein könnten.

Das Bild zeigt zwei Soldaten vom KSK während der Einsatzplanung

Der Chef (re) plant den Einsatz (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Die einheimischen Sicherheitskräfte sollen lernen

„In dieser Operation kommt es darauf an, Personen zu überprüfen, Verdächtige festzusetzen und gerichtsverwertbares Beweismaterial zu sichern“, erklärt der Chef der Einsatzkompanie. Die Operation ist komplex und schwierig, alle beteiligten Kräfte müssen sich aufeinander abstimmen. „Meine Männer arbeiten mit den einheimischen Sicherheitskräften zusammen. Da gilt es, die Sprachbarriere mittels Übersetzer zu überwinden. Auch an die kulturellen Unterschiede müssen sich meine Männer anpassen, schließlich sollen die Sicherheitskräfte von uns lernen, um irgendwann diese Aufgaben allein zu machen“, sagt der Kompaniechef, Major Chris (37).

Das Bild zeigt einen KSK-Soldaten und einen Soldaten einer anderen Nation

Die Mission war erfolgreich (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Einsatzbereit - jederzeit - weltweit

Der Oberst der einheimischen Sicherheitskräfte hat seine Männer angewiesen, die festgesetzten Personen zu bewachen. Der Truppführer gibt mit Hilfe des Übersetzers Anweisungen zur weiteren Vorgehensweise. „Hemd hoch. Kaftan hoch“, ruft der Übersetzer. Die Durchsuchung der Personen hat begonnen. Nach und nach wird jeder abgetastet. Die verschleierten Frauen verlassen als letzte das Gebäude. Soldatinnen der Unterstützungskräfte des KSK übernehmen sie zur Durchsuchung. Handys, elektronische Geräte behalten sie ein, der Rest wandert in eine Plastiktüte, die verbleibt bei der Person. Die Kräfte durchsuchen die Gebäude nach Waffen und Sprengstoff. Die KSK-Soldaten unterstützen die einheimischen Sicherheitskräfte bei der Beweissicherung. Sie machen Fotos von festgesetzten Personen und verdächtigen Gegenständen, protokollieren die Geschehnisse. Die Unterlagen werden später die Grundlage für weitere Ermittlungen sein. Die Operation an diesem Objekt nähert sich dem Ende. Aus der Ferne erschallt Gewehrfeuer. Weitere Soldaten des KSK kontrollieren nahegelegenen Siedlungen, treffen dort auch auf versteckte Aufständische. Am Ende zeigt sich der Kompaniechef mit dem Verlauf der Operation zufrieden. „Meine Männer haben gute Leistungen gezeigt“, sagt Major Chris. Er wird im Oktober mit seinen Männern nach Afghanistan gehen. Es wird sein fünfter Einsatz, der letzte liegt rund ein Jahr zurück. Für alle sei es gut, den gesamten Ablauf von der Planung bis zum Einsatzende in einem Durchlauf üben zu können. „Auch ich habe wieder viel dazugelernt, es gibt einige Sachen, die man noch besser machen kann“.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Volker Jung


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