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Der neue Boxer bald in Afghanistan

Donaueschingen, 03.03.2011.
Robust und schlagkräftig: Die ersten neuen Gepanzerten Transport-Kraftfahrzeuge (GTK) vom Typ „Boxer“ sind beim Jägerbataillon 292 in Donaueschingen angekommen. Ab Mitte des Jahres soll ein voll ausgebildeter Zug mit diesen Fahrzeugen in Afghanistan eingesetzt werden. Die Redaktion hat die Ausbildung am Respekt einflößenden Boxer erstmals begleitet.

Der BOXER ist da

Der BOXER ist da (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Die Soldaten in Wildflecken und Hammelburg staunen nicht schlecht über die achtradgetriebenen, gepanzerten Fahrzeuge. Das robuste Erscheinungsbild des Boxers, mit einer Länge von fast acht Metern und einer Breite von rund drei Metern, ist Respekt einflößend. Die Infanterieschule hat acht von diesen Fahrzeugen für die Ausbildung bekommen.

Das GTK Boxer wurde in einer Version als Transportfahrzeug für Infanterie konzipiert. Es ist mit der Fernbedienbaren Leichten Waffenstation 200 (FLW 200) ausgestattet und verfügt damit über eine starke Bewaffnung zur Selbstverteidigung unter Schutz. Die Kommandanten, Kraftfahrer und Richtschützen eines Zuges, vom Jägerbataillon 292 aus Donaueschingen sind seit rund vier Wochen zur Ausbildung an der Infanterieschule. Unterrichte, Schießlehre und Waffenausbildung waren bislang die Themen. Nun steht der Höhepunkt der Ausbildung an, das Schießen mit scharfer Munition auf dem Übungsplatz Wildflecken.

Der Richtschütze am Arbeitsplatz

Der Richtschütze am Arbeitsplatz (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Robuste Bewaffnung

Vier Boxer sind auf der Schießbahn aufgefahren. Zwei sind mit der Fernbedienbaren Leichten Waffenstation 200 (FLW 200) und schwerem Maschinengewehr 12,7 x 99 Millimeter, die beiden anderen mit der FLW 200 und der Granatmaschinenwaffe 40 Millimeter ausgerüstet. Die schlagkräftigen Waffen werden aus dem Innenraum des Fahrzeuges bedient, lediglich zum Laden muss ein Soldat nach draußen.

Der Richtschütze sieht auf dem Bildschirm des Wärmebildgerätes die Schützenscheiben im Vorfeld - „Feuer frei“. Abkrümmen, dann hämmert der Feuerstoß des Maschinengewehres in den Nebel auf der Schießbahn. Treffer, ein Vorbeischießen mit den Waffenanlagen ist fast unmöglich. „Manchmal können die Scheiben einem schon fast leid tun“, schmunzelt der Schütze. Wechsel, nächster Schütze.

Der Zug in der Schießausbildung

Der Zug in der Schießausbildung (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung läuft auf Hochtouren

Der Zug besteht aus vier Fahrzeugen. Neben Kommandant, Richtschützen und Fahrer finden sieben Infanteristen auf den ergonomisch gestalteten Sitzen im Innenraum Platz. Eine Klimaanlage, Wasserkocher und Nottoilette machen den Aufenthalt im Fahrzeug schon fast luxuriös. Oberleutnant Sebastian H. (27) führte bislang einen Infanteriezug, ausgestattet mit Transportpanzer Fuchs. Jetzt ist er der erste Zugführer des Heeres der einen Infanteriezug, mit dem Boxer in Afghanistan führen wird.

„Unsere Kommandanten und Kraftfahrer haben ihre Fahrschulausbildung in Dornstadt gemacht. Eine Einweisung durch die Herstellerfirma bekamen wir im Dezember. Unser Bataillon wird ab Februar mit dem Boxer ausgestattet, dann können wir mit der taktischen Gefechtsausbildung beginnen. Im Mai ist die vorbereitende Einsatzausbildung im Gefechtsübungszentrum des Heeres für den Einsatz in Afghanistan geplant“, sagt Oberleutnant H. Der Zug soll im Rahmen des Ausbildungs- und Schutzbataillons Mazar e Sharif, ab August in Afghanistan eingesetzt werden.

Trotz seiner Größe flink unterwegs

Trotz seiner Größe flink unterwegs (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Hohes Schutzniveau und Mobilität

Die nächste Schießübung steht an. Schießen aus der Bewegung, eine Steigerung zur ersten Übung. Die Kraftfahrer sind jetzt auch gefordert. Einer von ihnen ist der Hauptgefreite Florian B. (21). Wie die anderen hat er im Dezember, neben der Fahrschulausbildung, im Fahrsimulator Stunde um Stunde trainiert. „Ich habe ein gutes Gefühl im Boxer“, sagt er. Trotz seiner Größe und dem Gewicht von weit über 30 Tonnen fahre er sich fast wie ein Pkw. Die 720 Pferdestärken erlauben ein schnelles Beschleunigen in nahezu jedem Gelände.

Der Boxer verfügt über einen permanenten Achtradantrieb und ein automatisches Getriebe mit zuschaltbaren Differenzialsperren. Die Reifen sind mit Notlaufelementen ausgestattet, mit dem zentralen Reifenfüllsystem kann der Reifendruck an die Beschaffenheit des Geländes angepasst werden. Die beiden vorderen Achsen sind lenkbar. Die Einzelradaufhängung erlaubt sowohl schnelles Fahren auf Straßen wie auch ein exzellentes Verhalten bei Geländefahrten. Neben dem hohen Schutzniveau ist die Mobilität die Stärke des Boxers.

Der General der Ausbildung vor Ort

Der General der Ausbildung vor Ort (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Transportfahrzeug für mobile Truppe

Das Schießen nähert sich dem Ende, die Trefferquote war gut. Täglich erfolgt eine Abschlussbesprechung der Besatzungen und Ausbilder. Erfahrungen werden ausgetauscht und protokolliert. Es gibt schließlich noch keine erfahrenen Ausbilder auf dieser Fahrzeugfamilie. Für alle ist es Neuland. Zum einen müssen auftretende Fehler oder Probleme der Herstellerfirma zum Abstellen mitgeteilt werden, zum anderen ist die Akzeptanz der Soldaten zum Fahrzeug eine Vorraussetzung für den künftigen, erfolgreichen Einsatz.

Vom momentanen Sachstand hat sich Brigadegeneral Walter Spindler, General für Ausbildung im Heeresamt, im Gespräch mit den Soldaten und bei der Teilnahme am Schießen überzeugt. In Donaueschingen warten die Infanteristen schon auf ihre neuen Fahrzeuge. Dort wird Oberleutnant H. seinen Zug auf die Einsatzszenarien der Infanterie für Afghanistan vorbereiten.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Volker Jung


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