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Joint Fire Support – zu jeder Zeit das geeignete Mittel

Mörsertrupps der 5. Kompanie des Jägerbataillons 1 unterstützen die Ausbildung (Quelle Heer/Ronny Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Grafenwöhr, 16.03.2016.
Die streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung, kurz STF, ist ein Schwerpunktthema in der Bundeswehr. Die Forderung lautet: Zu jeder Zeit ist das am besten geeignete Mittel zur Feuerunterstützung für die Kampftruppe zu nutzen. Für dieses Ziel übten im Februar 2016 über 40 Soldaten aus allen Bereichen der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Bei der streitkräftegemeinsamen taktischen Feuerunterstützung [engl. – Joint Fire Support] ist es egal, ob die Unterstützung durch die Artillerie des Heeres, durch Luftfahrzeuge der Luftwaffe oder durch Flugkörper der Marine erbracht wird. Sie muss nur koordiniert zur Verfügung gestellt werden. Um das sicherzustellen, werden den Kampftruppen für den jeweiligen Auftrag, Joint Fire-Kräfte zugewiesen. Sie sind je nach Führungsebene in Teams oder Gruppen zusammengefasst. Die Joint Fire-Soldaten klären Ziele auf, fordern Feuerunterstützung an und „lenken“ das Feuer ins Ziel.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres entstand in Weiden die Idee, die Joint Fire-Kräfte für eine gemeinsame Ausbildung zusammenzuziehen. Daraufhin erhielt das Artilleriebataillon 131 den Auftrag alle verfügbaren Kräfte der 10. Panzerdivision in einer Joint-Fire-Woche zu bündeln und auszubilden.

Erste gemeinsame Ausbildung – ein voller Erfolg

Vom Schlossberg in Waldeck koordinierten auch US-amerikanische Soldaten die Luftfahrzeuge (Quelle: Heer/Ronny Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Im Februar begann auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr die in drei Stationen geteilte Ausbildungswoche mit 42 Teilnehmern aus der gesamten Bundeswehr. Die notwendigen theoretischen Grundlagen wurden im Truppenlager „Normandie“ an der Station 1 zunächst in Unterrichtsform vermittelt. Dieses Wissen galt es im Anschluss auf dem Schlossberg in Waldeck praktisch umzusetzen. Die Soldaten trainierten Anforderungen von und Absprachen mit den Flugzeugbesatzungen, um die Koordination der Feuerunterstützung aus der Luft in Deutsch und Englisch sicherzustellen. Auch Teile der in Grafenwöhr stationierten US-amerikanischen Streitkräfte waren in die Ausbildung eingebunden. Sie bereicherten die deutschen Joint Fire-Kräfte mit großem Fachwissen.

Mit der Panzerhaubitze 2000 können Ziele auf bis zu 40 Kilometer Entfernung bekämpft werden (Quelle: Heer/Ronny Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Auf der Beobachtungsstelle „Bleidorn“ erstellen die Soldaten sogenannte Zielmeldungen. Aufgeklärte Feinde mussten im „scharfen“ Schuss bekämpft werden. Dabei leisteten vier Trupps eines Mörserzuges der 5. Kompanie des Jägerbataillons 1 und die 5. Batterie des Artilleriebataillons 131 die Feuerunterstützung. Die dazu benötigten Wetterdaten lieferten die Soldaten des Wetterzuges der 2. Batterie.

Auch von der Kampftruppe gelernt

Am „ Sandkasten“ werden taktische Grundsätze der Kampftruppe vermittelt (Quelle: Heer/Ronny Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Die Integration der Joint-Fire-Kräfte in die Kampftruppe macht ein gegenseitiges Verständnis der jeweiligen taktischen Einsatzgrundsätze unerlässlich. Aus diesem Grund schulten an Station 3 die Panzergrenadiere aus Oberviechtach und Regen auf dem Schützenpanzer Marder das richtige Verhalten beim Be- und Durchfahren besonderer Geländeabschnitte. Nach dem Vermitteln von Grundsätzen am „Sandkasten“ wurden diese praktisch umgesetzt und geübt. Weiterhin wurden die praktischen Absprachen mit dem Kompaniechef der Kampftruppe hinsichtlich seiner „Idee des Gefechts“ zur Erfüllung des taktischen Auftrags sowie den dafür möglichen Unterstützungsleistungen durch die Joint-Fire-Kräfte getroffen. Genau diese Integration der Kampftruppe war ein wesentlicher Beitrag, um den Ausbildungserfolg sicherzustellen.

Der Mörser 120 mm ist eine Vorderlader-Steilfeuerwaffe im Kaliber 120 mm. Damit können die Kampfunterstützer im indirekten Richten Einzel- und Flächenziele, mit einer Entfernung vo … (Quelle: Heer/Ronny Schubert)Größere Abbildung anzeigen

An der Organisation der Joint-Fire-Woche beteiligten sich rund 200 Soldatinnen und Soldaten. Die Kommandeure der Artilleriebataillone 131 und 345, Oberstleutnant Christian Kiesel und Oberstleutnant Olaf Tuneke, waren sich einig: „Wir werden auch künftig im Bereich der streitkräftegemeinsamen taktischen Feuerunterstützung eng zusammenarbeiten und im Divisionsrahmen Ausbildung durchführen“. Oberst Rupp, Kommandeur der Divisionstruppen der 10. Panzerdivision, zeigte sich sichtlich zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Er erteilte noch auf dem Truppenübungsplatz den Auftrag, die gemeinsame, divisionsweite Ausbildung der Joint Fire Support-Kräfte fortzusetzen, möglichst auch divisionsübergreifend.


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Stand vom: 18.03.16 | Autor: Ronny Schubert


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