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Heeressoldaten sind bereit für den Einsatz in Mali

„Wir sind bereit“: Aufklärer und Grenadiere des Heeres, Schulter an Schulter mit Objektschützern der Luftwaffe (Quelle Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Eutin, 29.01.2016.
Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, der Panzergrenadierbrigade 41 und des 1. Bataillons des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ zeigten gemeinsam ihre Fähigkeiten für den bevorstehenden Einsatz bei der Friedenssicherungsmission MINUSMA. „Ja, es ist ein gefährlicher Einsatz. Das ist uns bewusst. Doch dafür sind wir ausgebildet und ausgerüstet“, weiß der Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6, Oberstleutnant Alexander Radü. Allein aus seinem Bataillon werden mit ihm 119 Aufklärer in den Einsatz gehen.

Neben der durch die Europäische Union geführten Ausbildungs- und Trainingsmission im südlichen Teil Malis, EUTM Mali, konzentriert sich MINUSMA auf den nördlichen Bereich des Landes, rund um die Sahel-Region. Der Schwerpunkt der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali, kurz MINUSMA (franz.: Mission multidimensionnelle intégrée des Nations Unies pour la stabilisation au Mali), liegt in der Stabilisierung des Landes. Vereinbarungen zur Waffenruhe und vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den Konfliktparteien sollen den Dialog und die Aussöhnung in der Region fördern.

Die Hauptaufgabe der Heeresaufklärungssoldaten ist die Beschaffung von Informationen. Dies geschieht mit Drohnen, auf Fahrzeugen und zu Fuß. Der Objektschutz umfasst neben der Sicherung des Feldlagers „Castor“, welches zu einem späteren Zeitpunkt von den Niederlanden an die deutschen Soldaten übergeben wird, den Schutz des internationalen Flughafens von Gao. Das Panzergrenadierbataillon 401 aus Hagenow stellt einen 36 Soldaten starken Infanteriezug als Schnelle Eingreiftruppe, die sogenannte Quick Reaction Force. Sanitäter, Logistiker und weitere Spezialisten ergänzen den Einsatzverband. „Wir wissen, dass es ein gefährlicher Einsatz sein wird. Die Hauptbedrohung geht von Sprengfallen und Angriffen von Terrorgruppen aus“, ist sich der Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6, Oberstleutnant Alexander Radü, bewusst.

Ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der Bündnispartner

Oberstleutnant Alexander Radü ist überzeugt: gemeinsam klappt´s (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Der neue Einsatz ist eine große Herausforderung, aber die Soldaten des Heeres sind mit ihren Erfahrungen, ihrer Ausbildung und ihrem Material bestens vorbereitet. So können sie jederzeit schnell auf neue Lagen reagieren. „Wir haben Respekt vor der Aufgabe, aber der Zusammenhalt und unsere Kameradschaft stärken uns. Wir vertrauen auf unser Können“, sagt ein 24-Jähriger Aufklärer für den es der erste Auslandseinsatz sein wird. Oberstleutnant Radü und der stellvertretende Kommandeur des 1. Bataillons des Objektschutzregimentes der Luftwaffe, Major Christoph Mangold, erklären: „Unsere Soldatinnen und Soldaten sind sich der Brisanz des Einsatzes bewusst. Ein großer Teil von ihnen war bereits im Einsatz. Durch ihre Erfahrungen und das Vertrauen in die Ausrüstung und Ausbildung sehen wir zuversichtlich auf die Leistungen unsere Soldaten. Wir wissen auch um den Rückhalt der Angehörigen in den Familien.“ Mit dem aktuellen Bundestagsbeschluss können bis zu 650 deutsche Soldatinnen und Soldaten in der Region eingesetzt werden. Ihre Fähigkeiten bilden einen wichtigen Beitrag zur gesamten Sicherstellung der Mission MINUSMA, an der bis zu 48 Nationen beteiligt sind. Der Einsatz der deutschen Soldaten wird zur Entlastung der niederländischen und französischen Partner beitragen.

Aufklärung schützt vor Überraschungen

Ihre spezielle Ausbildung macht den Einsatz leichter Spähkräfte sehr effektiv (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Die Fähigkeiten der Heeresaufklärungstruppe sind vielseitig. Ihre Soldaten beschaffen zielgerichtet Informationen über Einsatzgebiete und Operationsräume. Dies kann abgesessen also per Spähtrupp zu Fuß oder mit dem Spähwagen Fennek erfolgen. Daneben haben sie die Möglichkeit der Aufklärung aus der Luft mittels verschiedener Drohnen. Speziell ausgebildete Soldaten der Feldnachrichtentrupps nehmen sogar unmittelbar Verbindung zu der Bevölkerung auf, um direkt Informationen zu erlangen und Stimmungen zu erfahren. Mit einer Vielzahl weiterer Fähigkeiten wie der Radaraufklärung und Fernspähaufklärung ist die Aufklärungstruppe somit ein bedeutender Bestandteil des Militärischen Nachrichtenwesens. Die so gesammelten Informationen kommen allen beteiligten Nationen im Einsatz zu Gute.

Für den Einsatz in Mali vertrauen sie auf ihr Ausbildung und Ausrüstung (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Hauptfeldwebel Michael P. ist Führer der leichten Spähgruppe. Mit dem Transportpanzer Fuchs aber auch abgesessen zu Fuß erfüllen seine Soldaten ihren Auftrag. „Unsere Aufgabe ist es, alles zu sehen und zu wissen – ohne dabei selber entdeckt zu werden. Alles was Einfluss auf die Operationsführung hat, Personen, Fahrzeuge, Gebäude aber auch Geländestrukturen, ist wichtig. Für uns gilt: Vorsprung durch Wissen. Wenn wir schnell Informationen liefern und unsere Kameraden dadurch in keine unerwartete Situation geraten, haben wir unseren Job gut gemacht“, weiß der erfahrene Soldat. „Es ist absolut wichtig, dass wir uns dabei auf unsere Technik verlassen können. Die geschützten Fahrzeuge, wie etwa der Transportpanzer Fuchs oder der Spähwagen Fennek, bewährten sich bereits mehrfach im Einsatz, nicht zuletzt in Afghanistan.“

Auch aus der Luft alles im Blick

Hoch flexibel und praktisch überall einsetzbar, Startkatapult und Fangnetz der Luna (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Unbemannte Luftfahrzeuge, sogenannte Drohnen liefern mit einem Aktionsradius von bis zu 100 Kilometern Aufklärungsergebnisse auch aus weit entfernten Einsatzräumen. „Je nach Auftrag können wir auf eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten zurückgreifen. Bereits in Afghanistan setzten wir die Drohnen je nach dem geforderten Aufklärungsauftrag und den vorhandenen Einsatzbedingungen ein“, erzählt ein junger Oberfeldwebel. Der 25-Jährige war bereits zweimal in Kunduz. „Wie auch der letzte Einsatz wird uns Mali einiges abverlangen, es wird nicht einfach“. Doch er ist zuversichtlich: „Wir sind dank der Kameradschaft ein gutes und eingespieltes Team. Das hilft enorm bei der Auftragserfüllung“.

Die Mikro-Drohne Mikado: Super schnell einsatzbereit und gemacht für eng bebaute Geländeabschnitte (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Die Heeresaufklärer verfügen für die Aufklärung per Drohne in Mali über eine gute Auswahl. Sie haben die Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung LUNA, die Aufklärungsdrohne Aladin und die Mikro-Aufklärungsdrohne Mikado. Diese Geräte liefern per Videoübertragung und in Echtzeit Informationen an die Empfänger. Mit sensibler optischer oder auch Infrarotausstattung können Aufklärungsergebnisse auch bei schlechter Sicht und bei Nacht bereitgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit der Überwachung großer Geländeabschnitte sowie des bodennahen Luftraumes gewährleistet das Gefechtsfeldradar Rasit (radar d´acquisition et de surveillance terrestre).

Die Erwartungen der Soldaten an den Einsatz sind hoch, gleichauf der Respekt vor den vor ihnen liegenden Aufgaben. Sie vertrauen auf ihr Know-how, ihre Professionalität. Mit Blick auf einen möglichen Einsatz in Mali hatte man bereits im September 2015 mit der Vorbereitung begonnen. Durch eine gemeinsame spezielle Ausbildung mit Sanitätern, Logistikern und vielen weiteren Beteiligten konnten sich die Soldatinnen und Soldaten konsequent auf den neuen Einsatz einstellen.

Schnell, effektiv und sicher in den Einsatz

Oberstleutnant Radü: „Wir sind stark für den Einsatz“ (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Anfang Februar verlegen die ersten Soldaten nach Mali. Ab April werden die niederländischen Kameraden schrittweise abgelöst, bis Ende Juni schließlich der gesamte Einsatzverband komplett den Auftrag erfüllt. Oberstleutnant Alexander Radü, Kommandeur des Aufklärungsbataillons 6, war zuletzt 2014 in Afghanistan. Im kommenden Einsatz MINUSMA wird er der Führer der deutschen Kräfte sein. Der 43-Jährige ist zuversichtlich: „Das Deutsche Heer hat schnell und zuverlässig gearbeitet. Wir wissen was uns erwartet. Wir sind gut vorbereitet, ausgebildet und gehen mit dem bestmöglichen Schutz und optimaler Sanitätsversorgung in einen gefährlichen Einsatz nach Gao. Ich bin mir sicher, wir – alle Soldaten die mit uns in den Einsatz gehen – werden das meistern.“

Impressionen aus Eutin


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Stand vom: 02.02.16 | Autor: Rene Hinz


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