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Übung macht den Fallschirmjäger

Soldaten der 4. Kompanie verteidigen den Zugang zur Ortschaft „Bonnland“ auf einem abgetarnten Mungo

Soldaten der 4. Kompanie verteidigen den Zugang zur Ortschaft „Bonnland“ auf einem abgetarnten Mungo (Quelle Heer/Patrik Krause-Willenberg )Größere Abbildung anzeigen

Hammelburg, 29.02.2016.
Die Kleinstadt Hammelburg im Norden Bayerns ist nicht nur die älteste Weinstadt Frankens, sondern auch der Heimatort des Ausbildungszentrums Infanterie. Teil des Standortes ist das Übungszentrum Infanterie. Dort haben die Infanteriekompanien des Heeres die Gelegenheit, unter realitätsnahen Bedingungen ihre Ausbildung auf die Probe zu stellen und sich anhand der gesammelten Erfahrungen weiter zu verbessern. Gerade der Kampf im urbanen Raum kann in Hammelburg sehr gut simuliert werden. Dort steht das fränkische Übungsdorf „Bonnland“.

Seit dem 14. Februar 2016 sind Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31 aus dem niedersächsischen Seedorf im Übungszentrum. Die Aufgabe der 6. Kompanie war es, das Übungsdorf anzugreifen, während die 4. Kompanie das Dorf verteidigt. Im Schwerpunkt sollte die 6. Kompanie ihr Können zeigen. Diese Konstellation ermöglichte, dass beide Kompanien gegen einen ernstzunehmenden Gegner üben können. Verstärkt wurden die jeweiligen Kompanien von Kettenfahrzeugen des Typs Wiesel mit Maschinenkanone oder Panzerabwehrrakete der 7. Kompanie. Zusätzlich stellte diese „schwere“ Kompanie den beiden Kontrahenten auch 120 mm Mörser und ein Joint Fire Support Team (JFST) zur Verfügung. Das JFST lenkt dabei nicht nur das Steilfeuer der schweren Mörser, sondern koordiniert auch die Unterstützung der Infanteriekompanien durch die Bordwaffen von Luftfahrzeugen.

Angriff auf die Ortschaft „Bonnland“

Ein Kettenfahrzeug des Typs Wiesel mit 20 mm Maschinenkanone verstärkt die 4. Kompanie während der Annäherung

Ein Kettenfahrzeug des Typs Wiesel mit 20 mm Maschinenkanone verstärkt die 4. Kompanie während der Annäherung (Quelle: Heer/Patrik Krause-Willenberg )Größere Abbildung anzeigen

Nach einer dreitägigen Vorbereitungsphase inklusive letzter Ausbildungen in den Kompanien ging es am Donnerstag endlich los. Die Soldaten der 6. Kompanie hatten ihren letzten Auftrag, Versorgungspunkte hinter gegnerischen Linien zu zerstören, erfolgreich beendet, als sie ihre neue Aufgabe erhielten. Es galt, den Südrand des Dorfes „Bonnland“ vom Gegner freizukämpfen. Vorsichtig näherte sich die 6. Kompanie von Süden aus über mehrere Kilometer durch die umliegenden Wälder der Ortschaft an. Währenddessen kam es zu kleinen Scharmützeln, als die vordersten Soldaten der 6. Kompanie auf die Späher der 4. Kompanie trafen. Schlussendlich bezogen die angreifenden Soldaten die letzte Position vor den Stellungen der Gegner, die sogenannte „Sturmausgangsstellung“.

Der Kompaniechef gab den Befehl zum Angriff. Ein erbittertes Ringen um den südlichen Ortsrand begann, denn die 4. Kompanie hatte sich gut auf die Verteidigung vorbereitet. Schließlich gelang es der 6. Kompanie sich durchsetzen. Nach einem dreitägigen kräftezehrenden Kampf war der Auftrag erfüllt und der südliche Ortsrand von „Bonnland“ eingenommen.

Üben auf einer Gefechtsschießbahn der besonderen Art

Angelehnt an eine Mauer, setzten die Angreifer eine Panzerfaust zur Bekämpfung des Gegners ein

Angelehnt an eine Mauer, setzten die Angreifer eine Panzerfaust zur Bekämpfung des Gegners ein (Quelle: Heer/Patrik Krause-Willenberg )Größere Abbildung anzeigen

Die große Übung des Übungszentrumsdurchgangs war beendet. Doch für die Soldaten aus Seedorf war es noch nicht vorbei. Nach einem Tag Auswertung standen noch zwei weitere Tage Gefechtsschießen auf dem Plan. Dabei übten die Soldaten diesmal den Angriff mit scharfer Munition auf einer besonderen Schießbahn. Die Ende 2013 fertiggestellte Schießbahn „Urbane Operationen“ ermöglicht nicht nur einen Einsatz von Gewehren über 360°, sondern beinhaltet auch ein kleines Dorf aus Übungshäusern. In diesen ist es nicht nur möglich, mit Plastikgeschossen innerhalb der Mauern zu schießen, sondern auch mit kleinen Sprengladungen Türen, Fenster und sogar Mauern zu öffnen, um in das Gebäude eindringen zu können. Weiterhin erhielten auch die Mörsersoldaten der 7. Kompanie die Möglichkeit, ein Schießen mit ihrem Waffensystem durchzuführen. Beste Vorrausetzungen, um die erfahrenen Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31 zu fordern und ihre Expertise weiter voranzutreiben.

Ohne Anstrengungen geht es nicht

Ein Sturmtrupp der 6. Kompanie erstürmt ein Gebäude im Angriffsziel

Ein Sturmtrupp der 6. Kompanie erstürmt ein Gebäude im Angriffsziel (Quelle: Heer/Patrik Krause-Willenberg )Größere Abbildung anzeigen

Am 26. Februar fuhren die Soldaten des Regiments zurück nach Niedersachsen. Zwei Wochen anstrengende Ausbildungen lagen hinter den Männern und Frauen aus Seedorf. Es wird nicht die letzte Übung in diesem Jahr sein. Doch Anstrengungen dieser Art lohnen sich, denn nur auf diesem Weg kann das Fallschirmjägerregiment 31 die Einsatzbereitschaft auf seinem hohen Niveau halten. Eine Einsatzbereitschaft, die im Fall der Fälle Leben rettet, denn der Hauptauftrag des Regiments verbleibt die Evakuieren deutscher Staatsbürger aus Krisenregionen.


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Stand vom: 29.02.16 | Autor: Gert Keuls


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