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„Gezamenlijk Vechten – Gemeinsam Kämpfen“

Deutsche und niederländische Soldaten kämpfen gemeinsam in der Oberlausitz

Deutsche und niederländische Soldaten kämpfen gemeinsam in der Oberlausitz (Quelle Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Oberlausitz, 15.02.2016.
„Los, los, raus! Runter in den Wald!“ Schnell sitzen die Grenadiere ab, um im dichten Gehölz gegen den Feind anzustürmen. Gleich neben ihnen hämmern im offenen Gelände großkalibrige Bordwaffen der Schützen- und Kampfpanzer mit ohrenbetäubendem Lärm Feuersalven in Richtung des Feindes. Es ist der Startschuss der Deutsch-Niederländischen Militärintegration im Deutschen Heer. Schulter an Schulter üben Soldatinnen und Soldaten beider Länder das Gefecht.

Weit im Osten der Bundesrepublik liegt er – der Truppenübungsplatz Oberlausitz. Ein idealer Ort für komplexe Gefechtsübungen und ganz im Sinne der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Niederländern. Dicht bewachsene Wälder wechseln sich auf dem 163 Quadratkilometer großen Gelände mit weit offenen Sichtstrecken ab. Perfekt für die Grenadiere des Panzergrenadierlehrbataillons 92 aus Munster, Soldaten des Pionierbataillons 130 aus Minden und Kampfpanzern vom Typ Leopard 2A6, auf denen die Kameraden der niederländischen 43. Mechanisierten Brigade sitzen. Gemeinsam üben sie den Angriff.

Sich gegenseitig stärken

Als Teil der 43. Mechanisierten Brigade werden Deutsche und Niederländer im Panzerbataillon 414 gemeinsam ihren Dienst leisten

Als Teil der 43. Mechanisierten Brigade werden Deutsche und Niederländer im Panzerbataillon 414 gemeinsam ihren Dienst leisten (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Hintergrund der militärischen Übung ist die Integration niederländischer Soldatinnen und Soldaten in die 1. Panzerdivision sowie die Einbindung des deutsch-niederländischen Panzerbataillons 414 in die niederländische 43. Mechanisierte Brigade. Beides steht beispielhaft für die bilaterale Militärkooperation, für gelebte Kameradschaft, aber auch den gemeinsamen Kampf. Ziel ist es, von den Synergieeffekten der Zusammenarbeit zu profitieren, sich gegenseitig zu ergänzen und zu stärken.

Das neue Panzerbataillon 414 in Bergen setzt sich daher künftig aus zwei deutschen und einer niederländischen Kompanie zusammen. Momentan unterstützt das Munsteraner Panzerlehrbataillon 93 die niederländischen Kameraden auf dem Weg in das neue Aufgabenfeld.

Der Ausbau der militärischen Integration ist das Ziel der gemeinsamen Übung

Der Ausbau der militärischen Integration ist das Ziel der gemeinsamen Übung (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Die Übung in der Oberlausitz ist eine der ersten Bewährungsproben – ein deutlicher Schritt in die gemeinsame Militärintegration. „Es ist ein tolles Arbeiten, sicher ungewöhnlich, aber eine völlig neue und interessante Erfahrung für uns. Wichtig ist, dass die Kommunikation stimmt, dass wir uns gegenseitig verstehen“, erklärt ein niederländischer Panzerkommandant. Mit einem Panzerzug aus vier Kampfpanzern unterstützt die niederländische Brigade die Gefechtsübung der deutschen Panzergrenadiere.

Durch Integration überlegen im Gefecht

Als sei es schon immer so gewesen: mittendrin bei der Befehlsausgabe

Als sei es schon immer so gewesen: mittendrin bei der Befehlsausgabe (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Einmalig ist, dass auf den Panzern wie auch auf allen Befehlsausgaben deutsch gesprochen wird. So wundert es nicht, dass auch auf der Übung der Grenadierzugführer zur Befehlsausgabe die niederländische Panzergruppe mit den Worten anspricht: „Delta – dein Auftrag ist, auf meinen Befehl hin die Senke schnell zu durchstoßen, um danach unseren Angriff weit nach vorn zu überwachen. Euer Schwerpunkt liegt auf der rechten Seite in unserem Gefechtsstreifen.“

Es gilt: „Feuer und Bewegung“

Kurzes Lage-Update mit dem Zugführer Bravo (rechts)

Kurzes Lage-Update mit dem Zugführer Bravo (rechts) (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Der Auftrag ist klar. Jeder weiß, was zu tun ist. Zu Fuß geht es für die Grenadiere des Bravo-Zuges durch den dicht bewaldeten Gefechtsstreifen. Mehrere hundert Meter haben sie bereits im Sturm hinter sich gebracht. Laufen, Schießen in der Gruppe, Zusammenbleiben und den Feind gezielt bekämpfen. Das verlangt den Soldatinnen und Soldaten einiges ab, doch ihr Wille treibt sie voran. Unter gegenseitigem Deckungsfeuer und dem Einsatz von Nebel überwinden sie Hügelkette um Hügelkette und setzen den Gegner unter Druck.

Durch massives Feuer den Feind bekämpfen

Durch massives Feuer den Feind bekämpfen (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Dicht hinter ihnen die Pioniere. Als Kampfunterstützer sind sie Profis, beseitigen feindliche Sperren oder stellen die zerstörte Infrastruktur wie etwa Brücken oder Straßen wieder her. Denn wenn es das Gelände hergibt, nutzt der Gegner jede Möglichkeit, das Vorankommen der Truppen zu erschweren oder gar zu verhindern.

Der Blick nach vorn

Durch die Minengasse führt der Weg der niederländischen Kameraden an die Spitze des Angriffs

Durch die Minengasse führt der Weg der niederländischen Kameraden an die Spitze des Angriffs (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

In diesem Fall ist es eine mit Sprengfallen gesperrte Wegekreuzung. Sie bringt den Angriffsschwung der Kampf- und Schützenpanzer zunächst zum Erliegen. Doch mit einer gezielten Sprengung machen Pioniere die gefährlichen Ladungen unschädlich. Nun ist der Weg frei, um im weit offenen Gelände mit gewaltiger Feuerkraft dem Feind entgegenzutreten. Nach knapp zwei Kilometern Kampf im Unterholz des Waldes stößt die niederländische Panzergruppe Delta zu den vordersten Spitzen der deutschen Grenadiere. Vom Turm des Leoparden 2A6 blickt der Grenadierzugführer in das offene Gelände und weist seine niederländischen Kameraden ein. Jetzt zählt jede Sekunde. Nur eines gilt in diesem Moment: Entschlossen, gemeinsam und gezielt mit der Feuerkraft der Kampfpanzer und den Schützenpanzern den Angriff zum Erfolg zu führen.

Die militärische Integration ist für Deutsche und Niederländer ein Zugewinn

Die militärische Integration ist für Deutsche und Niederländer ein Zugewinn (Quelle: Heer/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Mit der Gefechtsübung in der Oberlausitz haben Deutsche und Niederländer ihre erste Feuerprobe bestanden. Offiziell tritt das gemischte Panzerbataillon 414 am 17. März seinen Dienst an. Ende 2019 soll es voraussichtlich voll einsatzbereit sein.

Die Übung in Bildern

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Stand vom: 16.02.16 | Autor: Rene Hinz


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