Übergabe des ersten Kampfpanzers Leopard 2 A4 an Chile
München, 14.11.2007.
Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung traf sich am 14. November in München mit seinem chilenischen Amtskollegen José Goñi Carrasco zu politischen Gesprächen. Im Anschluss an das Treffen übergab der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans-Otto Budde, den ersten Kampfpanzer Leopard 2 A4 an die chilenischen Streitkräfte.

Jung begrüßte seinen chilenischen Amtskollegen auf dem Firmengelände Krauss-Maffei Wegmann in München mit militärischen Ehren. Danach zogen sich die Minister zu einem Delegationsgespräch zurück. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die bilateralen Beziehungen beider Länder. In einem gemeinsamen Statement betonten die Minister die Zusammenarbeit über den Rüstungsbereich hinaus. Jung hob die enge Kooperation am Beispiel der Beteiligung Chiles am EUFOR-Einsatz in Bosnien-Herzegowina hervor. Wichtig für beide Länder sei die „Entwicklung einer gemeinsamen Strategie bei internationalen Einsätzen“, betonte Jung.

Erneuerung der chilenischen Streitkräfte
Mit großer Freude nahm der chilenische Verteidigungsminister, José Goñi Carrasco, die Panzer symbolisch entgegen. Die Übernahme der Panzer aus Beständen der Bundeswehr „ist ein Teil des Erneuerungsprozesses der Streitkräfte in Chile“, sagte der Minister. Die Leopard 2 A4 Panzer ersetzen alte Kampfpanzer der chilenischen Streitkräfte. Die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie sei „Ausdruck exzellenter Beziehungen“, so Carrasco weiter.
Chile hat sich zum Kauf von insgesamt 140 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 A4 aus Beständen der Bundeswehr entschieden. Damit wird Chile die 16. Nutzernation des Leopard-Panzers und erster Nutzer in Südamerika. Chile rüstet mit den Kampfpanzern bis 2010 drei Bataillone aus.

Symbolische Schlüsselübergabe
Im Anschluss übergab der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans-Otto Budde, stellvertretend für Verteidigungsminister Jung den ersten Kampfpanzer Leopard 2 A4 an den Befehlshaber des chilenischen Heeres, General Oscar Izurieta. Dieser nahm den symbolischen Schlüssel stellvertretend für den chilenischen Verteidigungsminister entgegen. Die Übergabe des Kampfpanzers unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika. Diese ist „seit 1999 wichtiger Bestandteil einer umfassend verstandenen und international vernetzt angelegten Sicherheitspolitik“, so Budde. Die Übergabe „ist zudem ein Beispiel für neue Aufgaben auf dem Feld der Rüstungskooperation, die der Bundeswehr aus dem Weißbuch der Bundesregierung als Auftrag erwachsen sind“, so der Inspekteur weiter.

Zusammenarbeit chilenischer und deutscher Streitkräfte
Zur Lieferung der Kampfpanzer gehören weitere Leistungen. Der Inspekteur des Heeres und den Oberbefehlshaber des Heeres der Republik Chile unterzeichneten eine „gemeinsame Erklärung zur Ausbildung- und Logistikunterstützung für das chilenische Heer“. Bereits im nächsten Jahr wird das Heer Soldaten zur Ausbildungsunterstützung nach Chile schicken.
Zwischen den chilenischen und den deutschen Streitkräften gibt es eine vielschichtige Zusammenarbeit. Beispiele für diese Kooperation sind die Teilnahme an der Generalstabsausbildung an den jeweiligen Ausbildungseinrichtungen der beiden Länder, Austausch- und Ausbildungsprogramme im Bereich der Marine, die Ausbildung von Piloten und gegenseitige Besuche der Heeresoffizierschulen.
