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Bewegter Abschied

Kommandoübernahme: Weißenfels, Kraß, Pfeifer (v. li.)
Kommandoübernahme: Weißenfels, Kraß, Pfeifer (v. li.) (Quelle Heer/Volker Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Mit militärischem Zeremoniell gab Oberst Martin Weißenfels jetzt offiziell sein Kommando ab. Für fast dreieinhalb Jahre war der Vollblutpilot Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 10 „Lüneburger Heide“. Zeitgleich zog Oberstleutnant Andreas Pfeifer in die Chefetage der Faßberger Heideflieger ein.

Nach über 34 Jahren Zugehörigkeit zur Heeresfliegertruppe steht Oberst Weißenfels die Faszination für die Hubschrauberfliegerei noch immer deutlich ins Gesicht geschrieben. Doch nach gut 2.300 Flugstunden ist für den 53-Jährigen nun endgültig Schluss mit der dritten Dimension. Auch wenn dem gebürtigen Rheinländer der köll‘sche Dialekt immer noch recht flüssig über die Lippen geht, bei seiner letzten Rede als Kommandeur des Transhubschrauberregiments 10 präsentierte sich Oberst Weißenfels nicht nur im niedersächsischen Hochdeutsch, sondern auch überaus gerührt. Exakt drei Jahre, vier Monate und 26 Tage führte der aus Bonn stammende Stabsoffizier „seine Heideflieger“.

Kein Wunder, dass da viele Gefühle aufstiegen, denn wegen der Heimatverbundenheit, die die Faßberger Hubschrauberpiloten bei vielen Rettungs- und Katastrophenschutzeinsätzen stets unter Beweis stellten, trägt der Heeresfliegerverband schließlich höchst offiziell den schmückenden Beinamen „Lüneburger Heide“. „Jedes Mal, wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich Tränen in die Augen“, gestand der Fliegerroutinier dann auch unumwunden. Weißenfels, der neben dem leichten Transporthubschrauber Bell UH 1D über viele Jahre auch den mittleren Transporthubschrauber CH53 flog, steuerte zuletzt den im Mai 2011 nagelneu in die Truppe eingeführten Nato-Hubschrauber 90 (NH90) durch die Lüfte.

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Abschied vom Fliegen: Oberst Weißenfels Quelle: Volker Schubert
Abschied vom Fliegen: Oberst Weißenfels Quelle: Volker Schubert (Quelle: Heer/Volker Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Aasgeier aus Faßberg vertrieben

Am Donnerstag, bei seiner letzten Amtshandlung als Heideflieger-Kommandeur, bilanzierte Weißenfels die zurückliegenden dreieinhalb Jahre überaus gemischt. Und die hatten es in sich, denn während seiner Verwendung habe er nicht nur rosige Zeiten erlebt. „Es war eine Berg- und Talfahrt“, sagte Weißenfels zurückblickend. So wie 2009, als in Faßberg fliegerische Wüste herrschte: „Nichts ging mehr, Bell-Flüge waren echte Mangelware und der erwartete Zulauf der ersten fabrikneuen NH90 rückte in unbekannte Ferne“, erinnerte sich Weißenfels.

So habe man überall das Gefühl verspürt, dass „die ersten Geier schon über dem Regiment“ kreisten. Doch daraus wurde nichts. „Zäh und robust wie die Heidschnucken“, habe man schließlich die Ärmel hochgekrempelt und die Dinge „Stück für Stück ins Rollen“ gebracht, so Weißenfels mit Stolz in der Stimme. Mit der Einweihung des NH90-Simulators im Januar 2010 habe der herbeigesehnte Aufschwung endlich Fahrt aufgenommen.

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Stationierungsentscheidung schafft glänzende Perspektiven

Dem computergestützten Fliegen folgten rasch erste taktische Finessen. „Mit der weiteren Implementierung überaus realistischer Simulationsprogramme waren bald einsatzrelevante Manöver möglich“, so Weißenfels. Und auch auf dem Flugfeld wurde es zusehends geschäftig. Bald verwandelten Bagger und Baufahrzeuge den Flugplatz in eine Großbaustelle. Ein Highlight, so Weißenfels, war für Ihn das Einschweben des ersten NH90 im Mai 2011.
„Das wurde nur noch mit der ministeriellen Standortentscheidung im Oktober getoppt“, betonte der scheidende Kommandeur. „Mit dem NH90 als Hightech-Transportkomponente innerhalb der neu aufzustellenden Division Schnelle Kräfte spielt in Faßberg jetzt Zukunftsmusik“, kommentierte Weißenfels erfreut.
Und auch bei seinem letzten Musikwunsch als Kommandeur sorgte der Rheinländer für deutliche Akzente und ließ die Gäste musikalisch vom Heeresmusikkorps untermalt wissen, dass die letzten dreieinhalb Jahre für ihn „en superjeile Zick“ gewesen seien. Nach dem Hit der Kölner Gruppe „Brings“, mit dem sich Weißenfels für über „drei fantastische Jahre“ bedanke, unterstrich er zudem, dass er sich „im Heideflieger-Team rundum wohl gefühlt habe.

Allerdings signalisiert Weißenfels bewegter Abschied alles andere als einen Karriereknick. In Bonn wird er seine Berufsoffizierskarriere weiter krönen und sich im Streitkräfteamt als „Gruppenleiter für Bundeswehraufgaben“ Generellem, wie Alarmwesen, Stabsdienst sowie Betreuung und Fürsorge widmen. Eine heimatnahe Verwendung, die nun mehr Raum für Familiäres zulässt.

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Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant Andreas Pfeifer
Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant Andreas Pfeifer (Quelle: Heer/Volker Schubert)Größere Abbildung anzeigen

Nahtlos in die Zukunft

Nach Weißenfels letztem und betont leisem „Heideflieger Hurra“ wechselte die Führung des kommenden NH90-Verbands nahtlos in kompetente Hände. Oberstleutnant Andreas Pfeifer, zuletzt als Generalstabsoffizier Referent beim Inspekteur des Heeres, ist ebenfalls Heeresflieger von der Pieke auf. 1984 in die Heeresfliegertruppe eingetreten, studierte Pfeifer zunächst Luft- und Raumfahrttechnik an der Bundeswehruniversität München. Daran knüpfte sich seine fliegerische Ausbildung zum Hubschrauberführer an. Anschließend war der Diplom-Ingenieur in mehreren Führungsverwendungen – flog zunächst als Staffelkapitän, war danach stellvertretender Schwarmführer und kommandierte später eine Fliegende Abteilung.

Generalstabslehrgänge, Auslandseinsätze sowie hochwertige Stabs- und Referenten-Tätigkeiten komplettierten Pfeifers Verwendungsbreite. Mit dem Einzug des 46-jährigen in die Chefetage der Faßberger Heideflieger werden die von Weißenfels gelegten Fundamente nun ihren weiteren Ausbau erfahren.
fordernde wie spannende Jahre in einem höchst innovativen wie einzigartigen luftbeweglichen Großverband bevor.

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Stand vom: 07.08.12


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