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Gefechtsverband 232 trainiert im Gefechtsübungszentrum

Die Ortschaft Hottendorf bietet gute Möglichkeiten zum Üben des Orts- und Häuserkampfes (Quelle Ralph Zwilling)Größere Abbildung anzeigen

Bischofswiesen / Altmark, 29.02.2016.
Der Angriff im bewaldeten und bebauten Gelände stand Ende Januar für die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen auf dem Plan. Mit den Kameraden einer Infanteriekompanie aus Mittenwald, Gebirgspionieren aus Ingolstadt sowie Aufklärungs- und Versorgungskräften aus Füssen bildeten sie einen sogenannten Gefechtsverband und trainierten gemeinsam in der Altmark im Gefechtsübungszentrum Heer.

Die digitale Gefechtsstandsimulation – Teil 1 der Einsatzübung

Der Gefechtsstand ist einer der wichtigsten Elemente des Kommandeurs, um die Führung des Verbandes zu ermöglichen. Verschiedene Stabsabteilungen des Bataillons sind darin vereint. Sie arbeiten dem Bataillonskommandeur zu und erleichtern ihm die Entschlussfassung im Gefecht. Während der mehrtägigen digitalen Führungsübung galt es, für die einzelnen Abteilungen die unterschiedlichsten Lagen zu bearbeiten. Gleichzeitig bereitete die Leitung des Gefechtsübungszentrums mit diesen Lagen die zweite Einsatzübung vor.

Kampf um den Infanteriesteg

Zwischenziel genommen: der Waffenträger Wiesel sichert den Gewässerübergang (Quelle: Ralph Zwilling)Größere Abbildung anzeigen

Während der Bataillonsgefechtsstand in der digitalen Führungsprüfung den Führungsprozess im Gefecht übte, wurden die Kompanien in einem Stationskreislauf ausgebildet und geschult. Die Themen der Stationen waren unter anderem Waldkampf, Orts-und Häuserkampf und das Nehmen von Engen. Als Beispiel dafür wurde mit einer Kompanie der Waldkampf um den „Infanteriesteg“ geübt. In diesem Szenario musste die Kompanie als erstes Zwischenziel eine Gewässerüberquerung für das Bataillon ermöglichen. Neben dem einzelnen Führerkönnen vom Gruppenführer bis hin zum Zugführer und Kompaniechef war das Zusammenwirken mit den unterstellten Kräften gefordert. Die Waffenträger Wiesel wurden so in Stellung gebracht, dass sie die Annäherung der Kompanie decken konnten. Die unterstellten Pionierkräfte hielten sich bereit für den Einsatz der Pionierpanzer Dachs und Biber, um im folgenden Gefechtsverlauf den Übergang über einen Fluss sicherzustellen. Die Infanteriekompanie hatte den Auftrag, den Übergang zu sichern. Dazu wurde nach einem aufgesessenen Anmarsch abgesessen gekämpft.

Angriff im Breitkeil – Teil 2 der Einsatzübung

Kompaniechef Oberleutnant Michael Ortner gibt für seine Kompanie den Befehl zum Angriff (Quelle: Ralph Zwilling)Größere Abbildung anzeigen

Am Sonntag startete die mehrtägige Gefechtsübung. Das Angriffsziel war der Ort „Hottendorf“ im Norden des Truppenübungsplatzes. Oberstleutnant Dirk Borg, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 232, setzte auf die Taktik „Angriff im Breitkeil“ mit dem Schwerpunkt auf der rechten Seite. Als erstes Zwischenziel musste der Gewässerübergang in der Nähe des “Infanteriestegs“ genommen werden, um den Hauptkräften das Überwinden des Flusses zu ermöglichen und den Angriff fortsetzen zu können. Durch das offene Gelände hatte der Gefechtsverband nur eine Option: den auf und abgesessenen Angriff über die einzelnen Waldgruppen und über die jeweiligen Zwischenziele in das Angriffsziel. Der Feind versuchte mit dem Einsatz von Sperren und gepanzerten Kräften den Angriff des Gefechtsverbandes zu verzögern.

Kampf um Hottendorf

Von Haus zu Haus kämpfen sich die Gebirgsjäger durch die Ortschaft Hottendorf (Quelle: Ralph Zwilling)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem die Zwischenziele genommen waren, wurde über Nacht ein Verfügungsraum bezogen und das Bataillon in der sogenannten „Blauen Nacht“ gefechtsmäßig versorgt. Am letzten Tag stand der Gefechtsverband vor dem Angriff auf die Ortschaft Hottendorf. Im Schwerpunkt des Bataillons griffen zwei Kompanien nebeneinander an. Durch den Einsatz von Mörsern und Close Air Support, also der Luftnahunterstützung, konnte der Einbruch geschafft und anschließend im Zusammenwirken aller Kräfte die Ortschaft nach zwei Stunden Kampf genommen werden.

Geschafft – Ausbildungsziel erreicht

Den Feind im Blick: Ein Gewehrschütze bekämpft den Gegner (Quelle: Ralph Zwilling)Größere Abbildung anzeigen

Nach anstrengenden zwei Wochen ging der Durchgang im Gefechtsübungszentrum des Heeres für den Gefechtsverband 232 zu Ende. Lob für das Leistungsvermögen gab es vom Divisionskommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, der sich einen Eindruck von der Truppe verschaffte. Brigadegeneral Alexander Sollfrank, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, analysierte zusammen mit dem Auswerte- und Leitungsdienst des Gefechtsübungszentrums die vergangenen Tage und besprach sie mit dem Führungspersonal des Gefechtsverbandes. „Ausbildungsziel erreicht“, war sein Urteil. Allerdings gebe es noch eine Vielzahl von Aufgaben, um das Niveau zu halten.

„Die sehr professionell durchgeführte, angeleitete Ausbildung, Übung und Auswertung durch das Ausbildungsteam des Übungszentrums hat die Gebirgsjäger einen deutlichen Schritt nach vorne gebracht. Wir wissen nun, wo es Handlungsbedarf gibt und Verbesserungen notwendig sind. Die Motivation, Lern- und Leistungsbereitschaft meiner Soldatinnen und Soldaten war exzellent!“, resümierte Oberstleutnant Dirk Borg, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232.


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Stand vom: 01.03.16 | Autor: Kerst Häcker


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