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Neuausrichtung der Bundeswehr auch in der Luft

Static Display beim Appell

Static Display beim Appell (Quelle Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Laupheim, 14.12.2012.
Der Appell in der Laupheimer Kurt-Georg-Kiesinger-Kaserne war schon etwas außergewöhnlich. Zum Appell gemeinsam angetreten waren Abordnungen von Hubschrauberverbänden aus dem Heer und aus der Luftwaffe. Ihre Verantwortungs- und Aufgabenbereiche werden zukünftig neu organisiert sein. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, haben dazu den „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ vollzogen.

Durch diesen Fähigkeitstransfer im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr werden der leichte taktische Lufttransport im Heer und der operativ/taktische Lufttransport in der Luftwaffe konzentriert.
Das Heer wird mit Wirkung zum 1. Januar 2013 die Verantwortung für das Luftfahrzeugmuster Bell UH-1D (leichter Transporthubschrauber) einschließlich SAR (Search and Rescue) und den bisher in der Luftwaffe vorhandenen Anteil des leichten Transporthubschraubers NH 90 übernehmen. Die Luftwaffe übernimmt im Gegenzug die Verantwortung für den mittleren Transporthubschrauber CH 53 von den Heeresfliegern.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, besiegeln den Fähigkeitstransfer Hubschrauber per Handschl … (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Gleich, welche Farbe die Uniformjacke hat: gemeinsam sind wir stark und erfolgreich

Das stellten die Inspekteure von Heer und Luftwaffe beim gemeinsamen Appell ihrer Hubschrauberkräfte übereinstimmend fest. Die angetretenen Abordnungen der Heeresflieger und der Hubschrauberkräfte der Luftwaffe sind von dem Fähigkeitstransfer Hubschrauber auch persönlich unmittelbar betroffen. Mit diesem Transfer werden nicht nur die Luftfahrzeugmuster, sondern auch die meisten Soldatinnen und Soldaten dieser Regimenter und Geschwader die Teilstreitkraft wechseln.

Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Kasdorf

Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Kasdorf (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Streitkräfte-Gemeinsamkeit und Verbesserung der Einsatzfähigkeit

„Der heutige Tag ist eine weitere Wegmarke. Er markiert das Ende einer Ära, zugleich aber auch einen Neuanfang, und er unterstreicht gleichzeitig ein besonderes Kennzeichen der Neuausrichtung: Streitkräfte-Gemeinsamkeit und Verbesserung der Einsatzfähigkeit“, so der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf, zu Beginn seiner Rede.

Soldaten und Gäste gedenken der verunglückten Fliegerkameraden

Soldaten und Gäste gedenken der verunglückten Fliegerkameraden (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Kurzes Innehalten in stillem Gedenken

Wenn er von den Einsätzen spreche, denke er in diesen Tagen an die Kameraden, die im Einsatz sind, die im Einsatz verwundet wurden, und an die, die im Einsatz ihr Leben verloren haben, fuhr Kasdorf fort. In einem Moment der Stille gedachten die angetretenen Soldatinnen und Soldaten sowie die etwa 150 geladenen Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche der sieben Kameraden, die beim Absturz ihrer CH-53 am 21. Dezember 2002 in Kabul den Tod fanden.

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Angetretene Soldaten bei Appell in Laupheim

Angetretene Soldaten bei Appell in Laupheim (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Wir vertrauen einander und wir haben damit Erfolg

„Kameradinnen, Kameraden!“, fuhr der Inspekteur des Heeres fort, „viele von Ihnen wechseln zur Luftwaffe, um dort auch in Zukunft mit ihrer Kompetenz, Fachexpertise und Leistungsbereitschaft ihren Anteil zum Gelingen des Gesamtprojektes zu leisten. Aber auch aus der Luftwaffe wechseln Kameradinnen und Kameraden auf neue Dienstposten im Heer. Heer und Luftwaffe – wir vertrauen einander und wir haben damit Erfolg.“

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Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner

Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Nur gemeinsam kommen wir weiter

„Die Angehörigen des Heeres, die in Kürze in die Luftwaffe wechseln werden, heiße ich ganz herzlich willkommen. Wir wollen Ihnen, die Sie in langen Jahren enorme Erfahrung erworben und sich im Einsatz bewährt haben, eine neue militärische Heimat geben, die Sie zufriedenstellt, Ihnen eine gute berufliche Perspektive eröffnet und auf die Sie stolz sein können.“ Mit diesen Worten begrüßte der Inspekteur der Luftwaffe seine neuen Soldatinnen und Soldaten im „Team Luftwaffe“.

Generalleutnant Müllner betonte, dass man nur gemeinsam weiterkomme. Nur gemeinsam sei die Neuausrichtung der Bundeswehr, die von Heer und Luftwaffe, zum gesteckten Ziel zu führen. „Wenn wir – trotz aller Diskussion im Detail – in Zukunft dabei weiter so gut zusammenarbeiten und uns auf die Gemeinsamkeiten besinnen wie bei diesem Projekt, bin ich ausgesprochen zuversichtlich. Meine Zuversicht möchte ich an Sie heute für die Zukunft weitergeben.“

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SAR Rettungshubschrauber Bell UH-1D

SAR Rettungshubschrauber Bell UH-1D (Quelle: Luftwaffe/Heinz Mybach)Größere Abbildung anzeigen

Die „Rettungsflieger“ künftig beim Heer

Den Angehörigen der Luftwaffe, die mit dem Transfer der SAR-Aufgabe, also der bekannten Rettungshubschrauber, in das Heer wechseln, dankte der Inspekteur der Luftwaffe ganz ausdrücklich für ihre fast 50-jährige hochprofessionelle Arbeit und ihr außergewöhnliches Engagement. „Sie waren für die Luftwaffe ein in der Öffentlichkeit bekanntes und anerkanntes Aushängeschild. Sie waren vor allem aber Tag und Nacht zur Stelle und haben unzählige Menschenleben gerettet“, lobte Generalleutnant Müllner.

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Letzter Check der CH-53 kurz vor dem Start

Letzter Check der CH-53 kurz vor dem Start (Quelle: Luftwaffe/Heinz Mybach)Größere Abbildung anzeigen

„Quo vadis“ Hubschrauber?

Mit Ablauf des Jahres 2012 endet die 40-jährige Geschichte der mittleren Transporthubschrauber CH-53 im Deutschen Heer. Die Transporthubschrauberregimenter 15 und 25 in Rheine und Laupheim werden aufgelöst. Der Einsatzauftrag beider Regimenter wird am 1. Januar 2013 zum Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe wechseln, das in Laupheim und Schönewalde stationiert sein wird.

Im Vordergrund der Hubschrauber NH-90, dahinter UH-1D

Im Vordergrund der Hubschrauber NH-90, dahinter UH-1D (Quelle: Luftwaffe/Heinz Mybach)Größere Abbildung anzeigen

Im Gegenzug erhält das Heer alle Hubschrauber vom Typ NH 90 und UH-1D, die den Transporthubschrauberregimentern 10 und 30 in Faßberg und Niederstetten zugeordnet werden.

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Fähigkeitstransfer Hubschrauber: Die Truppe ist der Schlüssel zum Erfolg

Fähigkeitstransfer Hubschrauber: Die Truppe ist der Schlüssel zum Erfolg (Quelle: Heer/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Großes Vertrauen in das Personal

Die große Herausforderung beim Fähigkeitstransfer Hubschrauber besteht darin, die Verpflichtungen in den laufenden Einsätzen, wie zum Beispiel die Aufgabe ForwardAirMedEvac (Rettung von verletzten/verwundeten Soldaten vom Ort des Geschehens), Bereitstellungsphasen im Rahmen von einsatzgleichen Verpflichtungen und den SAR–Dienst auch während der Umgliederung ohne Abstriche zu erfüllen.

Der Schlüssel zum Gelingen dieses „Mammutprojektes“, wie es der Inspekteur des Heeres bezeichnete, liege dabei beim Personal. Beide Inspekteure zeigten sich überzeugt, dass die Soldatinnen und Soldaten der Hubschrauberkräfte von Heer und Luftwaffe auch diese Herausforderung erfolgreich bewältigen werden.

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Stand vom: 03.04.14 | Autor: Bernd Schwendel


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