Sieg: Läuferteam der Infanterieschule erfolgreich bei der 100 Kilometer Militärpatrouille
Biel/Schweiz, 13.07.2011.
Der 100-Kilometer-Lauf von Biel in der Schweiz wird seit 1959 durchgeführt und gilt als größter Lauf seiner Art weltweit. In diesem Jahr fand die „Mutter aller Läufe“ bereits zum 53. Mal seit dem Bestehen statt. Rund 1.500 Marathonläufer aus aller Welt reisten an, um die Strecke und sich selbst zu überwinden. Überraschend gewann das Team der Infanterieschule aus Hammelburg die parallel ausgerichtete Militärpatrouille 2011.

Der Startschuss zu dem „Megamarathon“ fiel nachts um 22 Uhr in der Bieler Innenstadt vor dem Kongresshaus. Am Start mit dabei, zwei Soldaten der Infanterieschule: Stabsfeldwebel Mark Mittelsdorf und Hauptfeldwebel Heiko Steng. Die beiden Soldaten hatten sich auf diesen Wettkampf mit mehreren Langstreckenläufen gut vorbereitet.
Der Applaus und die Anfeuerungsrufe der Zuschauer verleiteten einige Läufer durchaus zu einem zu hohen Anfangstempo durch das erleuchtete Stadtzentrum. Ein Fehler, der sich bei einigen Teilnehmern noch auf dem letzten Teilabschnitt der 100-Kilometer Gesamtstrecke rächen sollte.

Den inneren Schweinhund überwinden
Für die tatkräftige Unterstützung der beiden Ultraläufer sorgte Oberfeldwebel Peter-Paul Schuttwolf, ebenfalls von der Infanterieschule. Er begleitete Mittelsdorf und Steng die gesamte Strecke über mit dem Fahrrad. Dabei war es zugleich Betreuer, Versorger, Sanitäter. Vor allem aber motivierte er die beiden Hammelburger bei Ihrem Kampf gegen den „inneren Schweinehund“. Mal auf asphaltierten Straßen, mal auf trostlos wirkenden Schotterwegen zieht sich die Strecke zwischen den Ortschaften Biel und Kirchberg.
Es hatte bereits sehr früh angefangen zu regnen und sollte auch das ganze Rennen nicht mehr aufhören. Nach 18 Kilometern erreichten die beiden Soldaten die Ortschaft Aarberg. Dort herrschte auch um Mitternacht ausgelassene Stimmung und die Zuschauer entlang der Strecke feuerten die Läufer kräftig an.
Als gute Marathonläufer konnten sowohl Steng wie auch Mittelsdorf lange ihren Laufschritt halten. Als das Hammelburger Team bei Kilometer 56 den Ort Kirchberg erreichte, hatte sie die Hälfte geschafft – das spornte an .In Bibern, bei Kilometer 76,6, dann die letzte Möglichkeit, den Lauf mit Zeitnahme abzubrechen. Der innere Schweinehund eines jeden Läufers wird hier auf den Prüfstand gestellt. Achteinhalb Stunden waren sie bereits auf den Beinen, die Nacht durchgelaufen, alles nass, Gelenke und Füße schmerzten. Doch das Team von der Fränkischen Saale stellte sich den letzten 23,4 Kilometern. Die steigende Zuversicht es zu schaffen, sorgte für ein Hochgefühl, das Müdigkeitstief war überwunden. Mittelsdorf und Steng stärkten sich ein weiteres Mal mit Energie-Gels und Getränken am Verpflegungspunkt, der Radbegleiter gab letzte motivierende Worte mit auf den Weg.

In Elf Stunden, dreiundfünfzig Minuten zum Sieg
Dann nach 11:53:29 Stunden erreichten sie endlich das Ziel. Von den vielen gestarteten Teams kamen letztendlich nur acht in die Wertung der Militärpatrouille. Mit über 2:20 Stunden Vorsprung auf das zweitplatzierte Team holten sich Stabsfeldwebel Mittelsdorf und Hauptfeldwebel Steng den Sieg in der Wertung 100-Kilometer-Lauf Militär-Patrouillen. „Durchhalten und gemeinsam ins Ziel kommen“ – mit dieser Erwartung waren sie in Biel gestartet. Mit dem Sieg übertrafen die beiden Hammelburger diese Erwartung enorm.
Hintergrund 100-Kilometer-Lauf von Biel
Seit 1959 ist der 100-Kilometer-Lauf ein fester Bestandteil der Bieler Lauftage, die im Juni eines jeden Jahres tausende Läuferinnen und Läufer in die 50.000 Einwohner zählende Stadt ziehen. Neben dem Ultramarathon über 100 Kilometer können die Teilnehmer auch einen Nachtmarathon, einen Halbmarathon oder den Büttenberglauf absolvieren. Der Streckenrekord über die 100 Kilometer liegt bei den Frauen bei rund 7:37 Stunden, der schnellste Mann schaffte die Strecke in 6:37 Stunden.

