Startseite Heer

Sie sind hier: Startseite > Dienststellen > Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik > Über uns > Geschichte 

Geschichte

Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik

Nachdem die bayerische Landeshauptstadt München bereits von 1857 bis 1914 Standort der Königlich Bayerischen Artillerie- und Genieschule und von 1920 bis 1936 Standort der Pionierschule der Reichswehr war, wurde im Rahmen der Aufstellung der Bundeswehr Mitte der 1950iger Jahre mit Befehl des Bundesverteidigungsministeriums vom 22. März 1956 auch die Aufstellung der „Truppenschule Pioniere“ in der damaligen „Lohengrin-Kaserne“ in München Oberföhring befohlen. Bereits am 01.07.1956 nahm die „Pionierschule“ mit drei Lehrgruppen und sechs Inspektionen den Lehrbetrieb auf. Die Schule wurde im Lehrauftrag von Beginn an durch verschiedene Pionierlehrverbände und -einheiten unterstützt, welche von 1956 – 1993 in der „Funkkaserne“ in München Freimann und ab 1963 mit Teilen auch in Krailling stationiert waren.
Die Lohengrin-Kaserne wurde in den Folgejahren bedarfsgerecht erweitert, die Infrastruktur den Erfordernissen der Ausbildung angepasst.
1964 erfolgte dann in Erinnerung an den österreichischen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen, den Gründer von zwei Ingenieur-Akademien in Wien und Brüssel im Jahr 1717, die Umbenennung der Kaserne in „Prinz Eugen-Kaserne“.
Mit Abschluss des ersten Fachhochschulstudienganges „Bauingenieurwesen“ im Rahmen der Ausbildung der Pionieroffiziere erhielt die Pionierschule 1966 die Zusatzbezeichnung „Akademie des Heeres für Ingenieurbau“.
1971 begann die Ausbildung von Bautechnikern für die Pioniertruppe, ein Jahr später erfolgte die Umbenennung in „Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik“.
1972 wurden Teile der Pionierschule und der Lehrtruppe bei Vorbereitung und Durchführung der XX. olympischen Sommerspiele in München eingesetzt.
1977 wurde das Euro NATO Training Engineer Centre, besser bekannt unter der Abkürzung ENTEC, der Schule organisatorisch zugeordnet.
In den Folgejahren wuchs der Bedarf an Ausbildungskapazität derart auf, dass die Unteroffizierausbildung der Schule ab 1981 in die „Stettenkaserne“ in München Schwabing verlegt wurde. Ebenfalls 1981 wurde das Pionierlehrbataillon 220 der Pionierschule im Frieden bis zu seiner Auflösung im Jahr 1993 direkt unterstellt. Später erfolgte die Verlegung der Lehrgruppe B in den Standort Ingolstadt, welcher mit seinem Wasserübungsplatz an der Donau bereits seit Jahren als zentraler Ausbildungsort für die Wasserausbildung auf schnell fließenden Gewässern Bedeutung für die Pioniertruppenteile der Bundeswehr erlangt hatte.
1996 wurde das „Lager übende Truppe“ Münchsmünster mit dem Wasserübungsplatz Wackerstein der Schule unterstellt. Diese Liegenschaft wurde in Folge Standort für die Aufstellung der „Bauinstandsetzungseinrichtung“ (BIE) zur bauhandwerklichen Ausbildung und Vorbereitung von Pionieren auf Auslandseinsätze.
2006 feierte die Pionierschule ihr 50jähriges Bestehen und bekam anlässlich des Jubiläums das Fahnenband des Bayerischen Ministerpräsidenten verliehen.
Im Rahmen der Neuordnung der Schullandschaft der Bundeswehr wurde die Verlegung der Pionierschule von München nach Ingolstadt ausgeplant.
Der erste Spatenstich für die zukünftige Pionierschule Ingolstadt erfolgte am 13.09.2006 in Anwesenheit des damaligen Bayerischen Staatsministers des Innern, Dr. Günther Beckstein, in der „Pionierkaserne auf der Schanz“. Die Verlegung der Schule wurde auf das Jahr 2009 festgelegt.
Am 22.01.2009 verabschiedete sich die Pionierschule nach 53jähriger Stationierung mit einem Festakt offiziell aus dem Standort München.
Insgesamt wurden bis zu diesem Zeitpunkt ca. 238.000 Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Zivilbeschäftigte der Bundeswehr sowie Soldaten verbündeter und befreundeter Streitkräfte als Lehrgangsteilnehmer im breiten Spektrum des Pionierwesens an der Schule ausgebildet.
Bereits Ende 2008 wuchs ENTEC zum Military Engineering Centre of Excellence (MilEngCOE) auf und verlegte Mitte Januar 2009 als selbständige Dienststelle nach Ingolstadt.
Am 26.01.2009 begann planmäßig der Umzug der Pionierschule nach Ingolstadt, wo innerhalb von zwei Jahren eine der modernsten Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr entstanden ist. Die „Prinz Eugen-Kaserne“ in München wurde mit Ablauf des 31.03.2009 von der Bundeswehr aufgegeben. Auf dem Gelände wird ein Wohngebiet entstehen. Mit Abschluss des Umzuges ist die „Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik“ seit dem 01.04.2009 am Hauptstandort Ingolstadt in der neu konzipierten Pionierkaserne auf der Schanz sowie mit Teilen an den Standorten Percha und Havelberg (Pioniertaucherausbildung), Münchsmünster (BIE) sowie Ellwangen (Gefechtsübungssimulationssystem SIRA) stationiert. Die Aufnahme des Ausbildungsbetriebes am neuen Standort erfolgte verzugslos. Im Zeitraum 13. -15.05.2009 wurde erstmalig in Ingolstadt die jährliche Fortbildung für Kommandeure, Kompaniechefs selbständiger Pioniereinheiten und Pionierstabsoffiziere in herausgehobener Verwendung in Anwesenheit des stellvertretenden Inspekteurs Heer, Generalleutnant Weiler, in der Aula des neuen Hörsaalgebäudes durchgeführt. Am 23.06.2009 erfolgte die offizielle Einweihung der Pionierkaserne auf der Schanz mit Festakt, symbolischer Schlüsselübergabe und Übergabeappell in Anwesenheit des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Jung, des Inspekteurs Heer, Generalleutnant Budde, des Amtchefs Heeresamt, Generalmajor Clauß sowie weiterer hochrangiger Gäste aus Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben. Am 30.07.2009 verabschiedete der General der Pioniertruppe und Kommandeur der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik, Brigadegeneral Krippl, erstmalig in Ingolstadt den 40. Bautechnikerlehrgang. Informationsbesuche des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Schneiderhan und der Abteilungsleiterin Wehrverwaltung im BMVg, Ministerialdirektorin Greyer-Wieninger im Jahr 2009, des Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer im Jahr 2010 sowie des Inspekteurs Heer, Generalleutnant Freers im Jahr 2011 und weiterer Besuchergruppen aus Politik und öffentlichem Leben zeugen seit der Übergabe der architektonisch ansprechenden, zugleich funktionellen und modernen Liegenschaft von regem Interesse an der neuen Pionierschule.


IngolstadtLupe

Ingolstadt (Quelle: Redaktion Heer)

Die Stadt Ingolstadt

Die erste schriftliche Erwähnung Ingolstadts findet sich in der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen, datiert auf den 06. Februar 806. Der Ort entwickelt sich zunehmend als er ab 1180 in die Hände der Wittelsbacher kommt. Um 1250 bekommt Ingolstadt die Stadtrechte verliehen.
Die zweite Epoche der Stadtgeschichte beginnt ab Mitte des 14. Jahrhunderts, nachdem Ingolstadt Residenz der Herzöge von Bayern – Ingolstadt geworden ist.
Die in viele Nebenläufe geteilte Donau wird mit dem Hauptarm an die Stadt herangezogen. Im Zuge der Stadterweiterung wird der Bau einer vollständig gemauerten Stadtbefestigung bis ca. 1430 verwirklicht.
Ingolstadt wird zu einem bedeutenden Handelsplatz insbesondere für Salz und Wein, ab dem 15. Jahrhundert zunehmend auch für Bier. Am 23. April 1516 wird hier das als erstes verbindliches Lebensmittelgesetz bekannte „bayerische Reinheitsgebot“ zur Herstellung von Bier erlassen.
Bereits 1472 erfolgt die Einrichtung der ersten bayerischen Landesuniversität. Im frühen 16. Jahrhundert, im Zeitalter der Reformation, wird Ingolstadt dann ein Hauptort der Gegenreformation. Der Ingolstädter Professor Johannes Eck zählt zu den bekanntesten Widersachern Martin Luthers.
Ab 1537 wird Ingolstadt zur bayerischen Landesfestung ausgebaut. Dieses bringt der Stadt den Namen „die Schanz“ ein. Der heutige Kasernenname leitet sich hieraus ab.
In den folgenden Jahrhunderten, im Schmalkaldischen Krieg, im Dreißigjährigen Krieg sowie im Spanischen Erbfolgekrieg wird die Festung Ingolstadt mehrfach belagert, kann sich jedoch jedes Mal behaupten.
Am 30. April 1632 stirbt der berühmte Heerführer der katholischen Liga, Johann Graf von Tilly, an den Folgen einer Kriegsverwundung in Ingolstadt.
Mit dem Einzug der französischen Revolutionsarmee im Jahr 1799 verliert Ingolstadt sowohl den Status als Festung als auch als Universitätsstadt. Die Festung wird geschleift, die Universität nach Landshut verlegt.
Mit der Ausrufung Bayerns zum Königreich im Jahr 1806 fällt die Entscheidung, Ingolstadt zur „Königlich Bayerischen Hauptlandesfestung“ auszubauen. Auf Grund der durch die napoleonischen Kriege belasteten Staatsfinanzen werden die Bauarbeiten jedoch erst 1828 begonnen. In den Folgejahren entsteht eine Festung für gut 12.000 Soldaten, bestehend aus fünf „Fronten“ und sechs „Kavalieren“.
Im Jahr 1861 gibt es 7.200 Einwohner und 12.750 Soldaten in der Stadt. Die städtebauliche Entwicklung Ingolstadts wird großenteils durch das Militär geprägt. Die Stadt wird an das Eisenbahnnetz angebunden, erste Industriebetriebe, vor allem Rüstungsbetriebe wie die „Königlich Bayerische Geschützgießerei“, siedeln sich an.
Nach dem Krieg 1870/71 wird die Festung durch den Bau weiterer vorgeschobener Forts verstärkt, um auch weitreichenden Geschützen standhalten zu können. Bis zum Jahr 1909 dauert die Fertigstellung des Fortgürtels in einer Entfernung von 7 bis 10 Kilometern rings um die Stadt.
Ein „Genie-Bataillon“ wird aus bereits bestehenden technischen Kompanien aufgestellt und „auf der Schanz“ stationiert. So wird Ingolstadt zur Wiege der Bayerischen Pioniertruppe.
Während des ersten Weltkrieges wächst die Anzahl der Soldaten in Ingolstadt auf über 40.000 an. Die Festungsbauten werden im Verlauf des Krieges als Lazarette und Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Der bekannteste Kriegsgefangene ist Hauptmann Charles de Gaulle, der spätere französische General und Präsident.
Nach dem Krieg stellen die Rüstungsunternehmen in Ingolstadt ihre Produktion auf die zivile Nachfrage um. Der Grundstein für die spätere Entwicklung zur Industriestadt wird gelegt.
1937 wird der Status Ingolstadts als Festung nach 400 Jahren offiziell aufgehoben.
1938 erfolgt die Anbindung an das Autobahnnetz.
Während des zweiten Weltkrieges ist Ingolstadt Garnisonsstadt und Standort zahlreicher Rüstungsbetriebe. Trotzdem bleibt die Stadt bis Anfang 1945 von Bombenangriffen verschont. Erst ab Januar 1945 wird Ingolstadt mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe. Umfangreiche Zerstörungen sind die Folge. Nach der Kapitulation deutscher Kräfte in Ingolstadt am 26. April 1945 besetzen die Amerikaner die Stadt kampflos. Letzte deutsche Verbände haben zuvor die Donaubrücken gesprengt.
Nach 1945 beginnt mit der Zunahme der Bevölkerung, bedingt durch den Zustrom der Vertriebenen des Krieges, der Wiederaufbau und ein wirtschaftlicher Aufschwung. 1949 läuft die Automobilherstellung mit der Produktion des DKW-Schnelllasters wieder an. Weitere Industriebetriebe nehmen ihre Produktion auf.
Nach Aufstellung der Bundeswehr in der Mitte der 1950iger Jahre wird Ingolstadt wieder Garnisonsstadt. In der Kaserne auf der Schanz werden zwei Pionier- und ein Panzeraufklärungsbataillon, verschiedene selbständige Pioniereinheiten und später auch Teile der Pionierschule aus München stationiert. In der angrenzenden Gemeinde Manching erfolgt die Stationierung von Luftwaffenverbänden.
Durch Gebietsreformen und Eingemeindungen überschreitet Ingolstadt im Jahr 1989 die 100.000 – Einwohnermarke und steigt damit zur Großstadt auf. Gleichzeitig wird Ingolstadt erneut Universitätsstadt.
Im Jahr 2006 feiert Ingolstadt, auch mit tatkräftiger Unterstützung der Bundeswehr, das 1200jährige Stadtjubiläum mit einem historischen Festumzug.
Heute ist Ingolstadt eine moderne Groß- und Industriestadt von ca. 125.000 Einwohnern, vor allem bekannt durch den Automobilbau und die Erdöl verarbeitende Industrie. Erhalten geblieben und sehenswert ist der historische Stadtkern mit zahlreichen architektonischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten sowie Teilen der alten Stadtbefestigung.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 25.11.13 | Autor: Redaktion Heer


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/ha?uri=ci%3Abw.heer_ha.dienststell.pischu.uberu.geschi