42. Colibri-Übung im Saarland - 1. Tag
Lebach/Zweibrücken, 20.04.2009.
Die 42. internationale Gefechtsübung Colibri lockt die internationalen Teilnehmer in die Kasernen der Saarland-Brigade. In Lebach sind 100 Soldaten der belgischen Armee untergebracht. In Zweibrücken schlagen 120 Soldaten aus Frankreich ihr Quartier auf. Am Abend werden 65 Gäste aus Spanien in Merzig erwartet.

Lebach - Um 13.00 Uhr sollten die 100 Soldaten der belgischen Fallschirmjäger "2 Bataillon de Commandos" aus Flawinne im Saarland eintreffen. Doch die schnelle Eingreiftruppe machte ihrem Auftrag alle Ehre. Schon um 11.00 Uhr morgens öffneten sich die Tore der Garf Haeseler Kaserne in Lebach für die ausländischen Gäste. Kein Problem für die Gastgeber. Die Zeltunterkünfte standen schon bezugsfertig bereit. Und das Wetter spielte mit. 21 Grad und Sonnenschein. Das macht natürlich Lust auf die Übung Colibri. Hauptfeldwebel (Adjudant) Fabienne Delbove gesteht in charmant-französischem Akzent: "Ich freue mich auf Deutschland, das Essen und die Luft. Ich selbst war in meiner 32-jährigen Militär-Karriere viele Jahre in Deutschland stationiert." Gefreiter (1st Soldier) Gino Mayola kennt Deutschland schon aus seinen Jugendtagen. Der gebürtige Angolaner sagt: "Bis zum 14. Lebensjahr habe ich hier gewohnt, bin dann mit meiner Familie nach Belgien gezogen. Ich wollte schon immer mal in Deutschland springen und das Material kennenlernen." Leutnant (Sous-Lieutenant) Christoph Brandt wartet gespannt auf den Sprungtag. Der Zugführer der Mörsergruppe sagt: "Viele meiner jungen Soldaten benötigen die Sprünge. In Belgien müssen pro Jahr 4 Pflicht-Sprünge absolviert werden - doch es ist schwer diese durchzuführen. Somit ist die Übung Colibri für uns nicht nur aus militär-taktischer Sicht wichtig." Statt großer Hektik gehen die belgischen Freunde die Übung Colibri jedoch langsamer an und machen es sich in den Zelten gemütlich - denn die schnellen Soldaten überholten die Material-Trucks auf der Hinreise und müssen nun darauf warten.

Lange Anreise aus Frankreich
Zweibrücken - 120 Soldaten der "11° Brigade parachutistes" machten sich aus Toulouse und Parmiers auf den Weg nach Zweibrücken. Darunter übrigens drei weibliche Soldaten. Die ausländischen Fallschirmjäger-Kameraden bezogen in der Niederauerbach-Kaserne Quartier für die internationale Großübung "Colobri". Oberstabsfeldwebel (Adjudant Major) Sebastien Ciccarone bemerkt erleichtert bei der Ankunft: "Die rund 14 Stunden Bus-Fahrt haben sich gelohnt. Wir wurden wirklich herzlich am Standort empfangen und mit den Unterkünften in den Fallschirmjäger-Gebäuden vertraut gemacht. Lob und Anerkennung an die deutschen Kameraden. Ein sehr guter Empfang!" Sein Hauptziel: Während der Übung möglichst viele Freundschaften schließen. Natürlich multi-lingual. Die französischen Fallschirmjäger verständigen sich hauptsächlich in der eigenen Landessprache, sowie auf Englisch. Oberstabsfeldwebel Ciccarone: "Und wenn die Konversation mal stockt, dann gehts auch auf die italienische Art: mit Händen und Füßen". Aus militärischer Sicht wichtig: neue taktische Erfahrungen sammeln und natürlich auch der Erwerb der Springerabzeichen der drei befreundeten Nationen.

Direkt nach der Ankunft wurde geübt
Kaum die Quartiere bezogen, gings auch schon zur Sprung-Vorbereitung in die Niederauerbach-Kaserne. Die 120 Soldaten der "11° Brigade parachutistes" wurden mit Helmen versorgt und aufs Treppchen gestellt. Landefall-Übung auf der Wiese neben den Schleppdächern. Stabshauptmann (Capitaine) Antoine Galvan ist erstaunt: "Die deutsche Ausbildung sieht in der Praxis doch leicht unterschiedlich zu der in Frankreich. Wir legen beim Abrollen die Hände auf die Brust, die Gastgeber nehmen die Arme an den Helm". Grundlegend sehen die einzelnen Ausbildungs-Schritte jedoch gleich aus. Stabshauptmann Galvan sagt: "Ich bin schon gespannt auf den Fallschirm-Sprungdienst. Bei uns in Frankreich haben wir selten die Möglichkeit, mit einer gesamten Brigade aus dem Flugzeug abzusetzen. Hier bei Colibri stehen einfach mehr Maschinen zur Verfügung. Für mich ist es übrigens der erste Sprung aus einer deutschen Transall". Ähnlich sieht es bei den meisten seiner 120 Soldaten aus.
Für die kommenden Tage gilt den Gästen ein besonderer Gruß: Glück ab!

