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Operation verbundener Kräfte – Eine eisige Lage

Das Foto zeigt eine Fahrzeugkolonne der AFOR-Kräfte

Operation verbundener Kräfte (Quelle Heer/Stefan Müller)Größere Abbildung anzeigen

Letzlingen, 28.02.2012.
Erstmalig nach dem größten Einsatz im Jahr 2011 übte jetzt wieder ein Verband der Luftlandebrigade 26, das Fallschirmjägerbataillon 261 aus Lebach, im Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ). In einer zweiwöchigen Übung mit ins-gesamt 160 Fahrzeugen und 800 Soldaten aus zehn Einheiten und Verbänden wurden Grundlagen in der Ausbildung „Operation verbundener Kräfte“ geschaffen.

Das Ultimatum ist abgelaufen. Der gegnerische „Kampfverband Hakan“ hat nicht wie gefordert seine Kampfhandlungen eingestellt. Der Gegner benannt nach seinem Führer, General Hakan, hat sich mit Teilen einer mechanisierten Infanteriebrigade von den regulären „Altmark-Streitkräften“ abgespalten.

Der Entschluss ist klar, die AFOR-Kräfte (A-Force, Kampfverband) führen gerade eine Stabilisierungsoperation im Zuge der Landesgrenze zwischen Altmark und Westland durch. Sie werden für den Angriff eingesetzt. Der Feind muss zerschlagen werden, damit eine Pufferzone geschaffen wird.

Jetzt lautet der gefährliche Auftrag für die AFOR-Kräfte, mit allen verfügbaren Infanterie- und Unterstützungseinheiten den Angriff durchzuführen. Bis zum Eintref-fen der Nato Response Force (NRF) müssen die Soldaten durchhalten. Bei eisigen Temperaturen von bis zu Minus 23 Grad Celsius ist das eine harte Lage.

Auf dem Bild sieht man Pioniere beim Räumen einer Richtminensperre

Pioniere beim Räumen einer Richtminensperre (Quelle: Heer/Stefan Müller)Größere Abbildung anzeigen

Ohne geht’s nicht: Die Kampfunterstützung

Dass die Fallschirmjäger diese Aufgabe nicht alleine lösen können, wird bei der Be-trachtung der Truppeneinteilung deutlich. Neben zwei Fallschirmjägerkompanien und einer schweren Fallschirmjägerkompanie, die für die gepanzerten Wieselfahrzeuge und die Mörserunterstützung zuständig ist, steht dem Bataillonskommandeur Oberstleutnant Stefan Weber noch eine verstärkte Panzerkompanie für den Angriff zur Verfügung.

Doch besonders die Kampfunterstützer sind zur Bewältigung spezieller und fachspe-zifischer Aufgaben von Bedeutung:

Die Sanitätskräfte des Luftlandeunterstützungsbataillons versorgen die Verwundeten während des Gefechts.
Die Aufklärungskräfte der Luftlandeaufklärungskompanie werden als Spähaufklärung der Brigade dem Angriff voraus eingesetzt.
Die Pioniere der Luftlandepionierkompanie unterstützen die Fallschirmjäger beim Erkunden und Räumen (Sprengen) von Sperren, sowie beim Überqueren von Ge-wässern mithilfe einer Behelfsbrücke.
Die Heeresflieger verbringen einen Fallschirmjägerzug zur Landezone, um einen Brückenkopf für den Angriff zu schaffen.
Teile der Luftlandeflugabwehrraketenkompanie stellen während des Gefechts die Luftraumüberwachung sowie die Flugabwehr für den Verband sicher.
Das Joint Fire Support Team ermöglicht dem Einheitsführer vor Ort, gezielt Artillerie bzw. Mörserfeuer anzufordern und zu lenken.
Die Fernmelde- und Logistikkräfte ohne die das Fahren, Funken und Feuern gar nicht ermöglicht werden kann.

Auf dem Bild sieht man eine Gruppe Infanteristen im Angriff

Infanterie im Angriff (Quelle: Heer/Stefan Müller)Größere Abbildung anzeigen

Übung für den Einsatz

Nachdem in der ersten Woche die Ausbildung auf Teileinheits- und Einheitsebene stattfand, steht in der zweiten Woche der Verband als Ganzes im Fokus. Hierbei war besonders die Koordination und Führung der verschiedenen Kampf- und Unterstüt-zungseinheiten von Bedeutung.

Deutlich wird dies am Beispiel des Angriffs auf das Zwischenziel 2 des Bataillons: Zwei Gewässerübergänge nebeneinander liegend. Der rechte Übergang wird mit der Panzerkompanie voraus genommen, dort Schwerpunkt, dann wird mit zwei Fall-schirmjägerkompanien folgend der Übergang eingenommen.

Der linke Übergang wird als nicht gangbar aufgeklärt. Der Angriff soll mit Unterstüt-zung aus der Luft, in Form von Close Air Support (schnelle Luftunterstützung), durch zwei Flugzeuge vom Typ A10 stattfinden. Nachdem die Panzerkompanie über die Übergänge vorgestoßen ist und mit den beiden Panzerzügen und dem Panzergrena-dierzug Stellungen jenseits der Übergänge bezogen hat, folgen die Fallschirmjäger-kompanien nach. Eine bekommt nun vom Bataillonskommandeur den Auftrag, die Panzergrenadiere aus ihren Stellungen „herauszudrücken“, um dann die Ortschaft Salchau - einige Hundert Meter vor den eigenen Stellungen - vom Feind zu befreien.

Somit soll ein weiteres Angreifen des Bataillons ermöglicht werden. Nach dem Ein-setzen des Nebels durch den Mörserzug rennen die Fallschirmjäger unter Deckungs-feuer auf Salchau zu und „brechen“ ein. Blitzschnell und koordiniert vertreiben sie die übrigen Feindkräfte aus der Ortschaft.

Das Foto zeigt das Sanitätsfahrzeug, als eines der ersten Fahrzeuge in der Kolonne

Sanitäter vorne mit dabei (Quelle: Heer/Stefan Müller)Größere Abbildung anzeigen

Ständiges Üben der infanteristischen Grundsätze

Das vor der Übung vom stellvertretenden Brigadekommandeur, Oberstleutnant Tho-mas Schmidt, formulierte Ziel, einen Lernerfolg für die übende Truppe zu erzielen, konnte erfüllt werden. „Es kommt mir weniger darauf an, Musterlösungen zu präsen-tieren, sondern vielmehr auch andere Ansätze laufen zu lassen, damit die Truppe daraus lernt“, erklärt Schmidt. „Ganz wichtig ist das Zusammenspiel der verschiede-nen Truppenteile. So gelang es den AFOR-Kräften am Schluss auch, den Kampfver-band Hakan zu zerschlagen.“

Die Soldaten haben in den beiden Wochen in der Altmark nicht nur gelernt, mit der Belastung von Minus 23 Grad Celsius umzugehen, sondern auch erfahren wie wich-tig das Üben der grundlegenden Fähigkeiten des soldatischen Handwerks ist.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Stefan Müller


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