Verdienter Lohn auf Korsika: Mehr als 400 Springerabzeichen verliehen
Calvi/Korsika, 15.12.2010.
Insgesamt zehn Tage war die französische Mittelmeerinsel Korsika Heimat der Fallschirmjäger aus dem saarländischen Lebach. Neben der Teilnahme an der Übung „Colibri“ stand der Erwerb des französischen Sprungabzeichens im Vordergrund. In einem feierlichen Appell übergab Colonel Francois Plessy, Kommandeur des zweiten Regiments der Etranger de Parachutistes, das französische Fallschirmspringerabzeichen.

„Die vergangenen Wochen haben uns wieder gezeigt, welche Eigenschaften allen Fallschirmjägern gemein sind: Die Fähigkeit mit den Widrigkeiten von Flugzeugen und Wetter umzugehen; die klare Absicht, auch eine Lösung für komplexe Probleme zu finden, um den Auftrag zu erfüllen und außerdem die Professionalität, die Soldaten dazu befähigt, komplexe Operationen gemeinsam zu bewältigen“, sagte Oberst Plessy in seiner Ansprache vor den rund 1.000 angetretenen Soldaten aus Frankreich, Belgien und Deutschland.
Mehr als 500 Fallschirmsprünge sind gemacht worden und so konnten mehr als 400 Fallschirmspringerabzeichen verleihen werden. Deutsche und belgische Springer erwarben das französische Abzeichen und die Legionäre entweder das belgische oder das deutsche.

Eine ehrenvolle Aufgabe
Nachdem die zehn stellvertretend vorgetreten Soldaten ihre jeweiligen Abzeichen erhalten hatten, zeichneten sich die Soldaten nun gegenseitig aus. Jeder deutsche Springer durfte mindestens einem französischen Kameraden das Abzeichen anheften. Überall ist Stolz und Freude in den Gesichtern zu sehen.
Hauptmann Martin Holle, Kompaniechef der zweiten Kompanie des Fallschirmjägerbataillons 261, konnte im Rahmen eines Kompanieantretens das silberne Fallschirmspringerabzeichen an vier Soldaten seiner Kompanie verleihen. Für ihren jeweils 20. Automatiksprung bekamen die Feldwebel Phillip Kemper und Sven Lühr sowie der Stabsgefreite Phillip Müller und der Obergefreite Hannes Baumann die begehrte Auszeichnung.

Colibri 2010 war ein Erfolg
„Aus meiner Sicht war die diesjährige Colibri-Übung gemeinsam mit den französischen Fallschirmjägern der Fremdenlegion sowie den belgischen Para-Commandos eine interessante und wertvolle Erfahrung. Hauptteil der Übungsserie ist es, dass sich die europäischen Fallschirmjägertruppenteile gegenseitig kennenlernen und die Fähigkeit einer gemeinsamen Durchführung von Luftlandeoperationen verbessern. Eine gemeinsame Operation ist nur wegen der unterschiedlichen und auch hinderlichen nationalen Vorschriften schwer durchführbar. Hier muss sich noch einiges tun, um eine wirkliche Interoperabilität zu erreichen. Aufgrund der gesammelten Erkenntnisse werte ich die 43. Internationale Colibri-Übung als Erfolg“, so das Urteil vom S3-Stabsoffizier des Fallschirmjägerbataillons 261, Major Felix Grondei.

Auf Wiedersehen 2011
Im August kommenden Jahres soll die 44. Colibri-Übung in Verantwortung der Luftlandebrigade 26 aus Saarlouis wiederum in Deutschland durchgeführt werden. Neben dem Fallschirmjägerbataillon 261 aus Lebach wird je eine Fallschirmjägerkompanie aus Belgien und Frankreich teilnehmen. Besonders intensiv werden sich die Niederlande mit Militärbeobachtern präsentieren, da sie 2012 ebenfalls mit einer Kompanie an der Übungsserie teilnehmen will.
Bilder
Meldung an den Kommandeur der Legionäre (Quelle: Heer/Michael Seidel)
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