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„Ein richtig gutes Gefühl“ – Einsatzversehrter zum Berufssoldaten ernannt

Zweibrücken, 12.08.2011.
In der „Saarlandbrigade“ kam jetzt erstmals das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz zur Anwendung. Der Kommandeur der Saarlandbrigade konnte den 25-jährigen Stabsgefreiten Michael Ebersoldt zum Berufssoldaten ernennen.

Brigadegeneral Zorn überreicht die Ernennungsurkunde

Brigadegeneral Zorn überreicht die Ernennungsurkunde (Quelle: Heer/Carsten Windsperger)Größere Abbildung anzeigen

Brigadegeneral Eberhard Zorn, der Kommandeur der Luftlandbrigade 26 „Saarland“, ernannte den einsatzversehrten Stabsgefreiten Michael Ebersoldt während eines Appells in Zweibrücken zum Berufssoldaten. Der 25-Jährige wurde 2008 bei einem Selbstmordanschlag in der Region Kunduz schwer verletzt. Er trug Verbrennungen zweiten und dritten Grades im Gesicht, an den Armen und Beinen davon. Außerdem hatte die Wucht der Explosion den Oberschenkel mehrfach gebrochen und große Teile des Oberschenkelmuskels zerfetzt.

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Anschläge auf Patrouillen sind ein stetiger Gefahrenfaktor

Anschläge auf Patrouillen sind ein stetiger Gefahrenfaktor (Quelle: Heer/Patrick von Söhnen)Größere Abbildung anzeigen

Breite Solidarität durch Kameraden und Vorgesetzte

Nach der Rückkehr nach Deutschland war Ebersoldt zunächst verunsichert. „Man wusste nicht, wie es weitergehen würde“, so der Soldat. Schließlich war die Frage, wie mit einsatzversehrten Kameraden umzugehen sei, auch für die Bundeswehr Neuland. In dieser schweren Zeit konnte sich der Stabsgefreite aber auf die Unterstützung seiner Kameraden verlassen. „Nicht nur der Spieß und der Kompaniechef, sondern das ganze Bataillon standen in dieser Zeit hinter mir“, berichtet Ebersoldt.

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Gesetzliche Regelung sichert Recht auf Weiterverwendung

Gesetzliche Regelung sichert Recht auf Weiterverwendung (Quelle: Heer/Dana Kazda)Größere Abbildung anzeigen

Rechtsanspruch nach schwerer Verwundung

Dank des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes haben Soldaten seit 2007 einen Rechtsanspruch auf Weiterbeschäftigung, wenn in einem Auslandseinsatz die Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 Prozent gemindert wurde. So auch bei dem 25-jährigen Stabsgefreiten, der seine Zukunft als Berufssoldat nicht in der Laufbahn der Mannschaften sieht. Momentan ist noch unklar, ob er als Unteroffizier oder Offizier weiterdienen wird. Aufgrund der langfristigen Folgen der Verwundung werde er aber vermutlich im Bereich des Bürodienstes bleiben, so Ebersoldt.

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Zukunftsperspektive wieder erkennbar

Als ein „richtig gutes Gefühl“ beschreibt er den Moment als ihm Brigadegeneral Zorn die Ernennungsurkunde verlieh – für den 25-Jährigen bedeutete dies Sicherheit nach langer Ungewissheit. Die körperlichen Schäden bleiben, aber die Unterstützung seiner Kameraden und auch die Absicherung seiner Zukunft als Berufssoldat haben dem Stabsgefreiten wieder eine Perspektive aufgezeigt.

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Hintergrund

2011 wurden insgesamt sechs Soldaten der Luftlandebrigade 26 „Saarland“ im Afghanistaneinsatz verwundet. Derzeit läuft der Rücktransport der letzten 100 deutschen ISAF-Soldaten aus dem Standort Lebach. Der größte Einsatz in der Geschichte der Brigade wird am 7. September offiziell beendet sein.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Marcel Engels


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