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Notverfahren üben: Fallschirmsprünge in den Bodensee

Merzig, Langenargen, 26.08.2011.
Vor sehr eindrucksvoller Kulisse am Bodensee übten rund 240 Fallschirmspringer der Luftlandebrigade 26 aus dem Saarland das Notverfahren bei Wasserlandungen. Im Hintergrund, am württembergischen Bodenseeufer findet das alljährliche Uferfest in Langenargen mit Blick auf das Schweizer Ufer und herrlichen Alpenpanorama statt.

Fallschirmspringer über dem Bodensee

Fallschirmspringer über dem Bodensee (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Der jährlich stattfindende Wassersprungdienst wird vom Luftlandeunterstützungsbataillon 262 aus Merzig veranstaltet. Zwischen der vierten Kompanie und der Gemeinde Langenargen besteht eine Patenschaft, die jährlich im Rahmen des Uferfestes ihren Höhepunkt erreicht.

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20. Sprung – Auszeichnung für Oberstleutnant Heidgen

20. Sprung – Auszeichnung für Oberstleutnant Heidgen (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung steht im Vordergrund

Der Kommandeur, Oberstleutnant Martin Heidgen, ist dankbar dafür, dass er mit seinen Soldaten das Privileg hat, über dem Bodensee abzusetzen. „Das Umfeld ist zweifellos einzigartig, man darf allerdings auch nicht vergessen, dass wir hier einen Ausbildungserfolg erzielen wollen, nämlich die Handgriffe für das Notverfahren bei Wasserlandungen zu üben.“

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Verantwortlich für das Sprungbiwak- Oberleutnant Kreitlein

Verantwortlich für das Sprungbiwak- Oberleutnant Kreitlein (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Bestes Sprungwetter und viele Gäste am Bodensee

Für das Ausbildungs- und Sprungbiwak ist Oberleutnant Angela Kreitlein bereits zum zweiten Mal verantwortlich. „Schönes Wetter, begeisterte Zuschauer und motivierte Springer“ hat sie sich während der Vorbereitungen gewünscht. Neben den Soldaten des Bataillons haben auch geladene Gäste die Möglichkeit, am Bodensee zu springen. Unter ihnen sind der stellvertretende Kommandeur der Division Spezielle Operationen, Brigadegeneral Volker Bescht, und der Kommandeur der Luftlandebrigade 31, Brigadegeneral Reinhardt Zudrop. Auch Brigadegeneral Eberhard Zorn, der Kommandeur Luftlandebrigade 26, lässt es sich nicht nehmen, persönlich bei seinen Soldaten vorbeizuschauen und die Ausbildung mit ihnen zusammen zu erleben.

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Entspannte Atmosphäre vor dem Sprung

Entspannte Atmosphäre vor dem Sprung (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Handgriffe müssen sitzen

Nach dem Absprung aus einem Transportflugzeug vom Typ Transall C-160 in einer Höhe von rund 400 Metern öffnet sich der Schirm automatisch. Die Soldatinnen und Soldaten haben jedoch nur wenig Zeit den herrlichen Ausblick zu genießen. Sobald die Fallschirmkappe steht und sich kein weiterer Fallschirmspringer in gefährlicher Nähe befindet, beginnen die Vorbereitungen für die Landung im Wasser. Der Springer muss den Bauchgurt öffnen, den Reserveschirm lösen und zur Seite nach unten drücken, danach öffnet er den Brustgurt. Schon rund 35 Sekunden nach dem Absprung tauchen die Soldaten in den Bodensee ein. Dabei öffnen sie die Beingurte beim Eintauchen, wodurch es möglich ist, aus dem Gurtzeug zu schlüpfen. Während des Ausbildungssprungs trägt der Fallschirmspringer eine Rettungsweste. Weiterhin steht für jeden Springer zur Sicherheit ein Rettungsboot zur Verfügung, um ihn schnellstmöglich zu bergen. In Langenargen wurden zwölf Boote der Luftlandepionierkompanie 260 eingesetzt. Dies ermöglichte das Absetzen von zwölf Springern pro Anflug.

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Sichere Landung im Wasser

Sichere Landung im Wasser (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Sich aufeinander verlassen können

Jetzt kann die Besatzung der Boote das tun, was sonst nur eingeschränkt möglich ist. Nämlich ihr Können unter realistischen Bedingungen nahezu ohne Einschränkungen unter Beweis stellen. Ein wichtiger Bestandteil des Ausbildungsvorhabens, denn schließlich müssen die Mannschaften auf den Rettungsbooten die im Wasser treibenden Springer punktgenau und ohne Zeitverzug ansteuern und aufnehmen. Das bedingt ein Höchstmaß an Vertrauen und muss trainiert werden.

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Jetzt heißt es Zupacken

Jetzt heißt es Zupacken (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Fallschirmspringer als Zuschauermagnet

Die Ausbildung am Fallschirm und in den Rettungsbooten kam aber nicht nur bei den Soldaten gut an, auch die Langenargener Bürger sowie die zahlreichen Touristen waren von den Fallschirmspringern begeistert. Sandra Kopp kommt extra mit ihren Kindern auf den Balkon ihres Hauses. „Das lass ich mir doch nicht entgehen, das ist ein Highlight unseres Uferfestes“, sagt sie. Aus dem rheinlandpfälzischen Kusel ist das Ehepaar Jung für einen achttägigen Urlaub angereist. Beide haben bereits im letzten Jahr das Uferfest erlebt und freuen sich auf die Fallschirmspringer. Diese sind bereits wiederholt ins Wasser des Bodensees eingetaucht. Hans-Jochen König sitzt mit seiner Ehefrau auf einer Parkbank direkt am Ufer und schaut dem Treiben am Himmel zu. „Wenn ich das sehe, geht mir das Herz auf“, so der 82-Jährige. Er kennt sich aus, schließlich kann er auf eine fünfjährige Dienstzeit bei der französischen Armee zurückblicken. Stolz berichtet er von seinen absolvierten fünfzig Fallschirmsprüngen.

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Major Gerlach und Verlobte

Major Gerlach und Verlobte (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Überraschung gelungen

Aber eines hat dann auch die Fallschirmspringer am Bodensee übertroffen. Weder die Soldaten, die Besucher und schon gar nicht die Hauptperson an diesem Tag haben es geahnt. Mit einem Mal steht Major Daniel Gerlach vor der Front der angetretenen Soldaten und spricht von Veränderungen in seinem persönlichen Leben. Erst als man ihn kniend vor seiner Freundin sieht, war allen klar: Das hier ist ein Heiratsantrag! Die Liebeserklärung in einem solchen Umfeld war mehr als einzigartig und so würdigten alle Beteiligten die Zustimmung durch die zukünftige Ehefrau, Ragna Große, mit Applaus und einem dreifachen „Glück ab“.

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Brigadegeneral Zorn: „Das hier ist gelebte Patenschaft!“

Brigadegeneral Zorn: „Das hier ist gelebte Patenschaft!“ (Quelle: Heer/Thomas Supe)Größere Abbildung anzeigen

Fallschirmspringer – eine große Familie

Der einzige Wassersprungdienst des Luftlandunterstützungsbataillons im Jahr 2011 hat deutlich gemacht, wie wichtig solche Übungsvorhaben sind und das sich nach intensiver Vorbereitung der Ausbildungserfolg auch einstellt. Brigadegeneral Zorn gesteht dem Sprungdienst zudem den Charakter eines Familientages zu. Einerseits weil die herzliche Aufnahme durch die Bevölkerung einen sehr offenen Umgang ermöglicht. Andererseits weil viele Soldaten die Gelegenheit nutzen, ihre Familien mit an den Bodensee zu bringen. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Synergieeffekten, die zu einer großen Zufriedenheit und hohen Motivation bei den Soldaten führt.

Und so kann das Luftlandeunterstützungsbataillon 262 am Ende auch mit Stolz verkünden, dass sich ein hervorragender Ausbildungserfolg eingestellt hat. Auch haben die Soldatinnen und Soldaten dabei einen nachhaltigen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr geleistet haben. Damit dieser Erfolg der Patenschaftsveranstaltung für alle Beteiligten auch nachhaltig bleibt, hat Brigadegeneral Zorn in Langenargen bereits eines unterstrichen: „Das machen wir nächstes Jahr wieder!“

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Video Division Spezielle Operationen


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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Thomas Supe


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