Tag der offenen Tür in der Fallschirmjäger-Kaserne
Seedorf, 24.06.2009.
Der Bundeswehrstandort Seedorf in Niedersachsen feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass öffnete die neu umbenannte „Fallschirmjäger-Kaserne“ am 06. Juni 2009 seine Türen und gewährte einer breiten Öffentlichkeit einen Blick in den Arbeitsalltag der in Seedorf stationierten Soldatinnen und Soldaten.

Mehrere Tausend Zuschauer nutzten die Gelegenheit, sich eine der modernsten Kasernen in der Bundeswehr aus der Nähe anzuschauen. Genug zu sehen gab es allemal. Zu Beginn des Tages der offenen Tür legten alle Rekruten der Luftlandebrigade 31 aus den Fallschirmjägerbataillonen 313 und 373 sowie aus dem Luftlandeunterstützungsbataillon 272 gemeinsam ihr Gelöbnis ab. Mehreren hundert Angehörige und Freunde begleiteten diese Zeremonie. Anschließend eröffnete der Standortälteste, Oberstleutnant Mathias Lau, in einer kurzen Ansprache den Tag der offenen Tür auf dem eigens für diese Feier vorbereiteten Festplatz im Zentrum der Kaserne und begrüßte das Marinemusikkorps Nordsee. Die Musiker aus Wilhelmshaven gaben daraufhin ein Platzkonzert und konnten zur Freude der Besucher viele bekannte Stücke aus der Musikwelt zum Besten geben.

Dynamische und statische Shows
Die Hauptattraktion aber waren sicherlich die dynamischen Vorführungen auf dem Hubschrauberlandeplatz. Nach dem Einsatz mehrerer Freifallspringer präsentierte der Diensthundezug des Fallschirmjägerbataillons 373 in einer sehr agilen Show, warum die Diensthunde der Fallschirmjäger zu recht nur durch geschultes und gut ausgebildetes Personal geführt werden dürfen. Neben der Darstellung einer Zugriffsdurchsuchung und dem Stellen eines Flüchtigen zeigte einer der Diensthunde, dass er es auch mit einem Auto als Gegner aufnimmt.
Die Zuschauer flanierten anschließend an den verschiedensten Waffen- und Ausrüstungspräsentationen vorbei und konnten sich durch fachkundige Soldaten die Funktion der Ausstellungsstücke erklären lassen. Die gesamte Ausrüstungs- und Handwaffenpalette der Luftlandebrigade 31 war an diesem Tag ausgestellt. So manch ein älterer, ehemaliger Wehrdienstleistender konnte es kaum fassen, dass diese breitgefächerte, hoch moderne Ausrüstung nun zum Arbeitsalltag eines Fallschirmjägers gehört.

Sprungdienst für Anfänger
Wer auch einmal am eigenen Leibe erleben wollte, wie sich ein Fallschirmjäger kurz vor dem Sprung fühlt, der konnte ein Gefühl davon beim Sprung vom zwölf Meter hohen Ausbildungsturm bekommen. Viele Familienangehörige und Freunde der Soldaten wollten zumindest erahnen, wie groß die Überwindung sein muss, aus einem intakten Flugzeug zu springen. Mehreren Berichten zufolge mussten die angehenden Turmspringer mehr als eine Stunde warten, bis sie in Fallschirmgurtzeug gekleidet die Stufen des Sprungturms erklimmen konnten, der Besucherandrang an dieser Ausbildungseinrichtung war einfach zu groß.
Besucher, die Gefallen an der Höhe gefunden hatte, konnten ihre eigenen Kräfte an dem direkt daneben liegenden Kletterturm ausprobieren. Nur durch ein Seil gesichert, scheuten sich selbst die Kleinsten nicht und überwanden die 30 Meter der 90-Grad steilen Kletterwand ohne Probleme.
Als gegen 17.00 Uhr das offizielle Programm endete und viele der Bewohner der örtlichen Gemeinden das Kasernengelände verließen, begann die interne Jubiläumsfeier für die Soldatinnen und Soldaten der Fallschirmjäger-Kaserne.
Viele der befragten Frauen und Männer waren froh, ihren Angehörigen die hoch-moderne Kaserne und die technischen Ausrüstungsneuheiten gezeigt haben zu können. Der ein oder andere Familienangehörige war nach diesem Tag fest davon überzeugt, auch die Laufbahn eines Fallschirmjägers einschlagen zu wollen. Die Soldaten der Fallschirmjäger-Kaserne in Seedorf würden die Bewerber sicher schnell als neues Mitglied der Fallschirmjägertruppe willkommen heißen.

