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Delegation aus Niederstetten begräbt sieben unbekannte Gefallene

Niederstetten, 08.12.2010.
Starker Wind, leichter Nieselregen. Elf deutsche Soldaten stehen an einem offenen Grab. Ein beklemmendes Gefühl macht sich breit. Beigesetzt werden sieben unbekannte deutsche Gefallene des zweiten Weltkrieges. Noch ein letztes selbstverfasstes Wort und dann finden diese Männer ihre letzte Ruhe.

Am Grab angetreten (Quelle: Heer/PIZ Heer)Größere Abbildung anzeigen

Dies alles und einiges mehr erlebten die Soldaten des Transporthubschrauber-
regimentes 30 Niederstetten bei ihrem Kriegsgräberfürsorgeeinsatz in Andilly bei Nancy in Frankreich. Unterstützt wurde die Abordnung aus Niederstetten von zwei Reservisten der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald, die mit ihrer Erfahrung zum Gelingen der Aktion beitrugen. Andilly, ein kleiner Ort in Lotringen, liegt etwa 25 Kilometer nordwestlich von Nancy und ist der größte deutsche Militärfriedhof des zweiten Weltkrieges. Hier ruhen über 33.000 deutsche Gefallene und seit diesen Tagen sieben weitere mehr. Immer wieder werden Gebeine bei Hubarbeiten, beim Schneiden von Gebüschen oder der landwirtschaftlichen Arbeit entdeckt. Auch bei diesen Sieben war das der Fall. Da die Identität meist nicht mehr ermittelbar ist, reihen sie sich ein in das Heer der unbekannten Gefallenen!

Fahnenabordnung der französischen Veteranen mit Beteiligung aus Deutschland (Quelle: Heer/PIZ Heer)Größere Abbildung anzeigen

Gute Französischkenntnisse zahlten sich aus

Das jedoch war nur eine Aufgabe für das Arbeitsteam. Unter der Leitung von Hauptmann Befurt, Versorgungsoffizier der Luftfahrzeugtransportabteilung 302, mussten Zäune repariert, Eisentore gesetzt und die Dorfkirche gereinigt werden. Untergebracht war die Truppe in Toul bei Nancy, in der Liegenschaft eines Logistikregimentes der französischen Streitkräfte. Für viele der erste Einblick in die „französische Art“ beim Militär zu wohnen und zu essen. Gute Französischkenntnisse einzelner Teilnehmer zahlten sich nun aus. Den krönenden Abschluss bildete das Antreten als Ehrenformation zum Volkstrauertag in Andilly und die folgende Einsegnung der beigesetzten Gefallenen.

Einsegnung der sieben unbekannten Soldaten (Quelle: Heer/PIZ Heer)Größere Abbildung anzeigen

Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Unter großer Teilnahme der Bevölkerung, aus Frankreich und Deutschland sowie aus Politik und des Militärs wurde den Gefallenen gedacht. In den stimmungsvollen Reden konnte der Willen erkennbar sein, einen solchen „ Irrsinn“ in einem vereinten Europa, mit der Freundschaft Deutschlands und Frankreichs als zentralem Kern, nie mehr zuzulassen. Ebenfalls unter Teilnahme vieler Besucher fand nach der Gedenkfeier zum Volkstrauertag noch die Einsegnung der Grabstätte für die zuvor beigesetzten Gefallenen statt. Der deutsche Pfarrer, der selbst seinen Vater in Andilly beerdigt weiß, sprach eindringliche Worte und schloss mit seiner Einsegnung die Arbeiten praktisch ab. Jedoch nicht nur der Pfarrer hat Verwandte in Andilly. Mehrere Teilnehmer fanden in Frankreich Familienangehörige ruhen, was den Arbeiten eine persönliche Note verlieh. Abschließend war dieser Kriegsgräberfürsorgeeinsatz eine Erfahrung, gerade für die jüngeren Soldaten des Transporthubschrauberregimentes 30 aus Niederstetten.

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: Alexander Meinhardt-Heib


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