Umfassende Ausbildung
Bruchsal, 27.07.2010.
Es sind fast dreißig Grad im Schatten, als gegen 17 Uhr eine Bundeswehrpatrouille auf ihrer Fahrt von einer feindlichen Sprengfalle mit einem ohrenbetäubenden Knall zum Stehen gebracht wird. Der Führer der Patrouille lässt sofort alle Fahrzeuge anhalten. Er befiehlt über Funk das Feuer auf den angreifenden Feind sofort zu eröffnen.

Mit dieser Szene lies Brigadegeneral Bernhard Liechtenauer den „Tag der Badener“ am letzten Freitag eröffnen. Die in die Bruchsaler General Dr. Speidel-Kaserne geladenen Gäste sahen unter dem Motto: „Die Heerestruppenbrigade im Einsatz“, welche komplexen Aufgaben die Soldatinnen und Soldaten der Brigade im Einsatz haben. „Die Einsatzorientierung der Brigade steht an erster Stelle“, sagte Kommandeur Liechtenauer. Er weiß, dass jeder Soldat der Brigade sein militärisches Handwerkszeug beherrscht. Er weiß aber auch, „wie wichtig die besondere und persönliche Verbundenheit mit den Soldaten und der Rückhalt der Bevölkerung für den Einsatz ist“.
Ständiges Training
Nach den ersten Schrecksekunden wird das Feuer auf den Feind eröffnet. Unter diesem Feuerschutz haben die Soldaten die Möglichkeit, zu ihren verletzten Kameraden vorzudringen und das beschädigte Fahrzeug zu begutachten. Ergebnis des Anschlags: Zwei Leicht- und zwei Schwerverletzte Soldaten und ein schwer beschädigtes Transportfahrzeug. Die gute Panzerung des Fahrzeugs hat jedoch wieder einmal Leben gerettet. Aber auch die schnelle Hilfe der Kameraden und die funktionierende Rettungskette des Sanitätsdienstes der Bundeswehr haben großen Anteil daran, dass den verwundeten Soldaten schnellstmöglich geholfen werden konnte. „Auch wenn das alles nur gestellt war, kam es sehr realistisch rüber“, war einheitlich von Seiten der Zuschauer zu vernehmen. An der Rettungsstation der Bundeswehrärzte nahmen die Sanitäter die vier verwundeten Soldaten auf und demonstrierten, mit welchen hochmodernen Möglichkeiten die Soldaten im Einsatz versorgt werden. Hauptmann K. schloss mit der Thematik seiner Station den Kreis der Vorführung. Mit den Erfahrungen aus seinem letzten achtmonatigen Afghanistaneinsatz als Verbindungsoffizier zu einer Afghanischen Infanterieeinheit, stellte er die Komplexität aber auch die Perfidität von Spreng- und Brandfallen dar. Jener Gefahr, der auch das Fahrzeug der heutigen Patrouille zum Opfer fiel. Er ist sich jedoch sicher, dass durch Training, Handlungssicherheit erlangt werden kann und dass dieses permanente Üben hilft, in Stresssituationen das Gelernte abzuspulen und ähnliche Situationen zu meistern.

Großes Interesse bei den Gästen
„Es ist kaum vorstellbar, welchen hinterhältigen Gefahren die Soldaten in Afghanistan ausgesetzt sind. Was mich jedoch auch überrascht hat ist, wie professionell die Bundeswehr ihre Soldaten ausbildet um sie auf solche Situationen vorzubereiten und wie modern die Ausrüstung ist“, resümierte ein Gast. Der dritte „Tag der Badener“ der Heerestruppenbrigade auf dem Eichelberg stieß noch mehr als in den Vorjahren auf großes Interesse bei den über 150 geladenen Gästen. Die Heerestruppenbrigade stellt weltweit mit ihren Spezialkräften als Kampfunterstützung, als Force Provider, derzeit über 100 Soldaten in Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

