Training für gefährlichen Einsatz
Wildflecken, 16.03.2010.
Mit der Übung „Brisk Taurus (Lebhafter Stier)“ wurden jetzt die Stabssoldaten der 1. Panzerdivision und ihrer Brigaden unter den realistischen Bedingungen eines Auslandseinsatzes ausgebildet. Das Training bereitet die Männer und Frauen darauf vor, in Afghanistan oder im Kosovo unter schwierigen Bedingungen zu bestehen. Im Jahr 2011 ist die Division in der Pflicht, die Soldaten für alle Einsatzgebiete der Bundeswehr zu stellen.

Im Brigadegefechtsstand ist die Anspannung in den Gesichtern der Soldaten zu sehen. Die Übungsteilnehmer sitzen konzentriert an ihren Rechnern, stehen vor Lagekarten, zeichnen Skizzen oder bereiten Lagevorträge vor. „Vermutlicher Sprengstoffanschlag auf das Lager“
ist hektisch aus einem der Arbeitsbereiche zu hören. Schnell wird die Meldung weitergegeben. Schlagartig herrscht reges Treiben. Jeder Soldat nimmt seine Waffe vom Waffenständer, legt seine Splitterschutzweste an und setzt den Gefechtshelm auf. Rund um den Brigadegefechtsstand werden Sicherungsstellungen bezogen. Von draußen ist der Ruf „Vier Personen hinter dem Betreuungszelt aufgeklärt“ zu hören. Major Werner, Kommandant des Gefechtsstandes, hat diese Lagemeldung quer über den Parkplatz seiner wartenden Alarmreserve zugerufen. Major Werner ist für die Absicherung des Gefechtsstandes verantwortlich. Schnell ist die Situation wieder bereinigt. Das Fahrzeug mit den mutmaßlichen Sprengstoffattentätern konnte rechtzeitig gestoppt werden. Die Meldung über die vier verdächtigen Personen bestätigt sich nach dem Durchsuchen des gesamten Gefechtsstandes nicht. Dieses Szenario ist eine Übungseinlage im Rahmen der Gefechtsstandübung „Brisk Taurus 2010“. Die Übung steht unter der Leitung des Kommandeurs der 1. Panzerdivision, Generalmajor Markus Kneip. Die Stäbe der 1. Panzerdivision, der Panzerlehrbrigade 9 und der Panzerbrigade 21 werden in einem Stabilisierungsszenario einsatznah ausgebildet. Jeweils vier bis sechs Tage lang wird mit den Gefechtsständen der beiden Brigaden am Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken geübt.

Auch zivile Organisatoren sind mit dabei
Die übenden Akteure werden zusätzlich durch eine Reihe von aktiven Spezialisten verstärkt. Neben der Polizei und dem Technischen Hilfswerk ist auch das Deutsche Rote Kreuz mit einer Abordnung vertreten. Für den rund 150 Soldaten starken Brigadegefechtsstand sind fast 270 Personen als Rollenspieler, Schiedsrichter und Auswertepersonal eingesetzt, um die verschiedenen Szenarien darzustellen und zu bewerten.

Auch der Umgang mit den Medien will geübt sein
„Ziel des Medientrainings ist es, den Umgang des Führungspersonals mit den einzelnen Medien im Einsatz zu üben“,
sagt Oberstleutnant Bohn von der Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr. Die eingesetzten Medientrainer spielen Pressevertreter während einer Pressekonferenz und beim anschließenden Interview. Dies erfordert von den Kommandeuren und deren Stellvertretern höchste Konzentration bei der Beantwortung der Fragen.

Verschiedene Szenarien
Neben dem Kampf gegen irreguläre Kräfte, der Durchführung von Konvoioperationen und der Zusammenarbeit mit Hilfsorganisatoren zur Bewältigung einer humanitären Krisen-situation kam der Vermeidung von Kollateralschäden sowie der strikten Einhaltung der Einsatzregeln besondere Bedeutung zu. Zu den hochrangigen Besuchern zählten der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Günter Weiler, und der Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Carl-Hubertus von Butler. Generalmajor Kneip resümierte: „Die Übung Brisk Taurus war nicht nur ein weiterer, wichtiger Schritt für die Einsatzvorbereitung der 1. Panzerdivision; diese Übung konnte die beiden Brigadegefechtsstände und auch den Divisionsgefechtsstand gewinnbringend und erkenntnisreich weiterbilden. Die 1. Panzerdivision ist auf einem guten Weg für den Einsatz 2011.“

