Die Würde des Menschen steht vor Allem!
Hannover, 25.06.2007.
Das Bildungswerk Hannover der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. veranstaltete am 25. Juni 2007 im MARITIM Grand Hotel Hannover ein erinnerungspolitisches Forum zu Ehren der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.
Zum Eingangsvortrag des Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, diskutierten der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Dr. Friedrich Weber, der Vorsitzende der Stiftung 20. Juli 1944, Dr. Axel Smend, und der Sohn des am Staatsstreich beteiligten Johann Adolf Graf von Kielmannsegg, Generalmajor a.D. Hanno Graf von Kielmannsegg. Über 500 Gäste aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, darunter etwa 130 Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Region Hannover, nahmen an der Veranstaltung zum Vermächtnis der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 teil. Unter den Zuhörern befanden sich auch 66 Angehörige der 1. Panzerdivision der Bundeswehr, deren Teilnahme der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen besonders hervorhob.
Eingangsvortrag des Ministerpräsidenten
„Ich finde es großartig, dass sich die Bundeswehr – die größte Friedensbewegung die ich kenne – an der Diskussion beteiligt und das Vermächtnis der Widerstandkämpfer weitergibt“, so Christian Wulff, in seinem Eingangsvortrag. Am 20. Juli 1944 suchten deutsche Offiziere ohne Rücksicht auf ihr eigenes Überleben eine letzte Möglichkeit das Nazi-Regime zu beseitigen. Sie handelten in der festen Überzeugung, dass die Herrschaft des Rechts und die Achtung der Menschenwürde wieder hergestellt werden mussten. In seiner Rede hob Ministerpräsident Wulff die Bedeutung des christlichen Glaubens für die Widerstandskämpfer hervor. Die Verpflichtung gegenüber dem Mitmenschen als wesentlicher Bestandteil des christlichen Wertefundaments, habe es den Angehörigen des militärischen Widerstands um Graf von Stauffenberg ermöglicht, sich zu ihrer Tat durchzuringen.
Zivilcourage
Gerade in einem weltanschaulich neutralen Staat und einer offenpluralen Gesellschaft, so Ministerpräsident Wulff, böten die zur europäischen Identität gewordenen christlichen Werte durch ihre integrative Kraft moralische Orientierung und Motivation zum Handeln. Die Frauen und Männer des Widerstands hätten Zivilcourage bewiesen. Zivilcourage wie sie, so erklärte der Ministerpräsident, durch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr tagtäglich durch ihre Bereitschaft für und das Handeln in den zahlreichen Auslandseinsätzen gelebt werde. Der militärische Widerstand gegen den Nationalsozialismus stellt eine der wichtigsten Traditionslinien der Bundeswehr dar. Der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 wird in der Bundeswehr regelmäßig gedacht, so zum Beispiel seit 1999 jährlich durch das feierliche Gelöbnis zum 20. Juli im Bendlerblock in Berlin.




