Jahresempfang der Bundeswehr in Hannover
Hannover, 29.01.2008.
In die AWD-Arena von Hannover 96 haben am 29. Januar der Kommandeur der 1. Panzerdivision, Generalmajor Wolf Langheld, der Präsident der Wehrbereichsverwaltung Nord, Peter Alexander Sauer, und der Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen, Oberst Paul Bacher, zum traditionellen Jahresempfang der Bundeswehr in Hannover eingeladen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Stephan Weil, und der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, richteten ihre Grußworte an die Angehörigen der Bundeswehr. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Thomas Kossendey, zog Bilanz und sprach zu aktuellen Handlungsfeldern der Bundeswehr.Über 450 Gäste aus Politik, Kirche und Wirtschaft, Verbündete sowie Gäste aus anderen Bereichen des öffentlichen Lebens kamen der Einladung in die niedersächsische Landeshauptstadt nach.Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Stephan Weil, gratulierte der Bundeswehr zur Wahl des Veranstaltungsortes, der ihn mit den zahlreichen Gästen an Heimspiele der „Roten“ erinnerte.

Verlässlicher Partner
In diesem Jahr jährt sich zum 25. Mal die Patenschaft, die die Landeshauptstadt Hannover für die 1. Panzerdivision übernommen hat. Oberbürgermeister Weil freute sich sagen zu können, dass diese Verbindung Hannover ehre und die Partnerschaft zwischen der Stadt und der Division in steter Verbundenheit verlief. „Wir wissen, was wir an der Bundeswehr in unserer Stadt haben. Sie ist ein wichtiger Standort unserer Streitkräfte, einschließlich aller zivilen Teile, und wir haben bei vielen Gelegenheiten gesehen, wie groß die Sympathie für die Bundeswehr in unserer Stadt ist. Die Bundeswehr ist ein etablierter, ein tief verwurzelter Teil unserer demokratischen Gesellschaft. Wir sind stolz an ihrer Seite stehen zu dürfen.“, betonte Hannovers Oberbürgermeister. Großer Respekt verdiene die Bundeswehr für die verantwortungsbewusste und sensible Vorbereitung ihrer Soldaten auf den Einsatz, im Einklang mit den Grundsätzen der Inneren Führung.Den Bürgerinnen und Bürgern gebe dies ein gutes Gefühl, dass in diesem sensiblen Bereich staatlichen Handelns Menschen Verantwortung tragen, die hoch professionell und sich der Verantwortung zutiefst bewusst sind.
Die Anwesenheit der vielen hohen Repräsentanten des Landes zeige in besonders eindrücklicher Weise die große Anerkennung, die die Bundeswehr in Niedersachsen finde. „Zwischen dem Land, der Wehrbereichsverwaltung Nord, der 1. Panzerdivision und dem Landeskommando besteht seit Jahren ein hervorragendes Verhältnis!“, so der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, in seinem Grußwort. Er freue sich über die Entscheidung des Landesparlaments, auch in diesem Jahr die Einsatzkontingente der 1. Panzerdivision im Niedersächsischen Landtag zu verabschieden. Auch die neuen Strukturen der zivil-militärischen Zusammenarbeit bei Katastrophen und Großschadenslagen begrüßte der Ministerpräsident. Das Führungs- und Kräftepotenzial der Bundeswehr seien hier ein besonders wichtiger und wertvoller Beitrag. Den Soldaten und ihren Angehörigen wünschte er viel Erfolg, Gesundheit, persönliches Glück und Gottes Segen. Trotz der vielen Herausforderungen blickte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Thomas Kossendey, auf ein gutes und für die Bundeswehr sehr erfolgreiches Jahr 2007 zurück. Dies gebe Mut und Optimismus für das Jahr 2008, in dem die Bundeswehr weiter weltweit und gemeinsam mit internationalen Partner für Frieden und Stabilität eintreten werde.

Quick Reaction Force
Bezüglich der aktuellen Diskussion um eine mögliche Übernahme der Schnellen Eingreiftruppe im Norden Afghanistans durch die Bundeswehr, betonte Staatssekretär Kossendey, dass diesbezüglich noch keine abschließende Entscheidung gefallen sei. Wer diese Kräfte letztendlich stellt, werde erst während der NATO-Tagung in Vilnius beraten. Für den noch hypothetischen Fall der Übernahme der Quick Reaction Force durch die Bundeswehr verdeutlichte Staatssekretär Kossendey Aufgaben und Rahmenbedingungen. So bliebe diese schnelle Eingreifreserve strikt im Rahmen des jetzt bestehenden Bundestagsmandats.
Aber eins wisse er auch: „Wenn wir diese Quick Reaction Force stellen sollten, wird sie möglicherweise aus Niedersachsen kommen, und, da bin ich mir ganz sicher, dass die Soldatinnen und Soldaten, die das dann übernehmen, in Ihrer Division so gut ausgebildet werden, dass wir sie mit gutem Vertrauen und mit einer guten Perspektive nach Afghanistan schicken können.“, richtete sich der Staatssekretär an den Divisionskommandeur der 1. Panzerdivision aus Hannover, Generalmajor Wolf Langheld.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Angesichts der Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt werde die Bundeswehr zukünftig der Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften verstärkt Aufmerksamkeit widmen müssen. Die Soldatinnen und Soldaten könnten dies zu Recht auch von ihrem Dienstherrn erwarten. Dies sei angesichts des anspruchsvollen Auftrags der Bundeswehr, den Einsätzen und Übungen nicht leicht. Der Bedarf an Kinderbetreuung werde derzeit als Pilotprojekt u.a. an den Standorten Wilhelmshaven und Seedorf mit Unterstützung durch die Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH und das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr ermittelt.
„Wir werden uns bemühen, im Haushaltsjahr 2009, welches wir ab Herbst im Parlament beraten werden, Haushaltmittel für diese Aufgabe bereitzustellen. Denn das kann nicht sein, dass wir junge Frauen bitten bei der Bundeswehr Dienst zu tun, sie dann einstellen aber im Zweifelsfall sagen 'Du musst zwar um Sechs in der Kaserne sein' – kein kommunaler Kindergarten hat da auf, oder 'Du musst gegebenenfalls auch auf eine Übung' – und keine Tagesmutter ist vorhanden. Da müssen wir uns schon bemühen, dass wir an der Seite unserer Mitarbeiterinnen beim Soldatenberuf sehr intensiv stehen und ich hoffe, dass wir das im nächsten Jahr hinkriegen.", sagte der Staatssekretär mit Nachdruck.
Sonderprogramm
Von den insgesamt 645 Millionen Euro des Sonderprogramms zur Sanierung von Unterkunftsgebäuden in den alten Bundesländern profitiere gerade auch Niedersachsen, für das Infrastrukturmittel in Höhe von 142 Millionen Euro im Rahmen des Sonderprogramms vorgesehen sind, betonte Staatssekretär Kossendey. In 12 Liegenschaften sei bereits in 2007 mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen worden, von denen die Mehrzahl bereits in 2008 abgeschlossen würden. Kurzfristig könne so eine spürbare Verbesserung der Unterkunftssituation erreicht werden. Bis Ende 2008 würden sich in 21 niedersächsischen Bundeswehrliegenschaften weitere 47 Einzelmaßnahmen im Rahmen des Sonderprogramms in der Realisierung befinden.
„Das sind wir den Soldatinnen und Soldaten schuldig und das, was wir jetzt 645 Millionen Euro bis 2010 bereitgestellt haben, ist notwendig, um Ihnen zu ermöglichen, in einem vernünftigen Lebensumfeld ihren Beruf auszuüben.“, unterstrich der Staatssekretär. Allein in die Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover würden über 22 Millionen Euro, in die Lützow-Kaserne in Schwanewede über 6 Millionen Euro fließen. In die Delmenhorster Lilienthal-Kaserne würden ebenfalls über sechs Millionen Euro im Rahmen des Sonderprogramms nur für die Sanierung der Unterkünfte investiert.“

