Über 9000 Besucher beim 50. Geburtstag der Panzerlehrbrigade 9
Munster, 29.04.2008.
Die Panzerlehrbrigade 9 feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Tag der „offenen Tür“. Über 9000 Besucher folgten der Einladung und erlebten ein umfangreiches und buntes Tagesprogramm.

„Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Es war für alle Beteiligten eine äußerst gelungene Veranstaltung und die Resonanz bei der Bevölkerung und bei den geladenen Gästen war durchweg positiv“, resümierte der Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Wilhelm Grün. Zum Programm gehörten zwei 40-minütige dynamische Waffenschauen, in denen die Leistungsfähigkeit von Großgerät demonstriert wurde. Weitere Attraktionen bildeten statische Waffenschauen, Möglichkeiten zum Mitfahren in Gefechtsfahrzeugen und das "Leben im Felde". Die Industrie war mit der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL), Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann vertreten und präsentierte unter anderem Fahrzeuge, die in naher Zukunft in der Bundeswehr eingeführt werden sollen. Für die Kinder luden zahlreiche Spielmöglichkeiten zum Zeitvertreib ein. Die Informationsstände der Nachwuchsgewinnung, der Militärseelsorge und des Förderverein Bundeswehrfamilien Munster e.V. fanden ebenfalls großen Anklang und rundeten das Gesamtpaket dieser breit angelegten Informationsveranstaltung ab

Gutes Verhältnis zur Bevölkerung
Programmhöhepunkt am frühen Abend war dann der Appell zum Anlass des 50-jährigen Bestehens der Brigade mit Außerdienststellung der nichtaktiven Panzerbrigade 8 „Lüneburg“ und der Reservistentruppenteile der Panzerlehrbrigade 9, sowie der Verabschiedung der Einsatzsoldaten für das 20. deutsche Einsatzkontingent KFOR. Nach 50 Jahren und sechs unterschiedlichen Heeresstrukturen ist die Panzerlehrbrigade 9 „zur Brigade der Eingreifkräfte geworden“, sagte der Kommandeur, Brigadegeneral Grün, der eigens für die Veranstaltung aus dem Einsatz auf dem Balkan gekommen war. „Im Prinzip bin ich heute hier, um Sie abzuholen“, sagte Grün zu den angetretenen Soldaten. Dass die Garnisonsstadt Munster und die Panzerlehrbrigade 9 ein besonders gutes Verhältnis haben, zeige sich nicht nur an der zahlreichen Teilnahme der Munsteraner Bevölkerung. Militärischer Dienst funktioniere dann besonders gut, so Grün, wenn die Schnittmenge zwischen Militär und der Bevölkerung besonders groß sei, was in Munster der Fall ist. Um dieses konstruktive Miteinander zu würdigen und gleichzeitig anlässlich des 25-jährigen Bestehens des deutschen Panzermuseums übergab Brigadegeneral Grün dem Bürgermeister der Stadt Munster, Adolf Köhte, einen weltweit einzigartigen Panzerprototypen aus dem Jahr 1972 mit Marder-Gestell und Hotchkiss-Turm.

Schaufenster des Heeres
Bürgermeister Köthe, selbst acht Jahre Soldat der Panzerlehrbrigade 9, ging in seinem Grußwort an die Soldaten ebenfalls auf die gute Verbindung der Garnisonsstadt zur Lehrbrigade ein und bedankte sich mit einem Ortsschild der Stadt Munster für die Einsatzsoldaten im Kosovo. General a.D. (außer Dienst) Helge Hansen, ehemaliger Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 (1980-1982) und Inspekteur des Heeres (1992-1994), zog in seiner Rede dann Bilanz über 50 Jahre Panzerlehrbrigade 9. Er selbst trat im April 1957 als Offizieranwärter in die Bundeswehr ein und erinnert sich noch gut die zahlreichen Lehrübungen, deren Durchführung über Jahrzehnte die Hauptauftrag der Lehrbrigade 9 waren und ihr zu Recht den Beinamen „Schaufenster des Heeres“ einbrachte. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring verwies anschließend u.a. auf die finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsens, in Form von rund 50 Millionen Euro in den vergangenen 10 Jahren für Baumaßnahmen hin. Niedersachsen werde immer hinter seinen Soldaten stehen. Letzter Redner und zugleich mit einer traurigen Aufgabe beauftragt, war der stellvertretende Kommandeur der 1. Panzerdivision, Brigadegeneral Volker Barth. Als Beauftragter für Reservistenangelegenheiten stellte er in einem feierlichen Akt die sechs Ergänzungstruppenteile der Panzerlehrbrigade 9, den Stab und die Stabskompanie der Panzerbrigade 8 (na) außer Dienst. Rund 150 Wehrübende waren dazu stellvertretend für die Einheiten angetretenen.
Die musikalische Verstärkung bildeten neben einer Darbietung des Musikzuges Munster die feierliche Serenade mit Ehrenzug und Fackelträgern des Heeresmusikkorps 1 aus Hannover, unter Leitung von Oberstleutnant Friedrich Szepansky. Nach dem Empfang der geladenen Gäste, unter ihnen der ehemalige Brigadekommandeur Generalleutnant Wolfgang Korte, und der Serenade für die Öffentlichkeit, folgte zum späten Abend ein Höhenfeuerwerk. Dies war für alle Beteiligten der krönende Abschluss des runden Geburtstages der Panzerlehrbrigade 9.
Bilder
Kinderbetreuung (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigenEinmarsch Redner (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigenAbschlussbild (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigenTruppenfahnen (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigenFeuerwerk (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigenEinmarsch Reservisten (Quelle: Heer/Daniel Quappe)
Größere Abbildung anzeigen50 Jahre Panzerlehrbrigade 9 (Quelle: Heer/Peter Wappler)
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