740 Meilen auf einer Fregatte: Heeressoldaten auf hoher See
Wilhelmshaven/Torgelow, 15.04.2010.
Vierzehn Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ hatten die Möglichkeit, fünf Tage an Bord der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ zu verbringen. Das Kriegsschiff, das seit sieben Jahren eine Partnerschaft mit der Brigade verbindet, führte eine Ausbildungsfahrt auf der Nordsee rund um Helgoland durch.

Die Soldaten reisten bereits am Vorabend des ersten Ausbildungstages an. Noch sicher im Hafen, konnten sie sich über Nacht ein erstes Bild von der knapp 139 Meter langen Fregatte machen. Nach einer Einweisung in das Schiff und die Rettungsmittel hieß es dann für die Heeressoldaten aus Torgelow, sich mit den Kammern, Decks und den Unterkünften, vertraut zu machen. Anfangs war es sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig auf solch einem engen Raum zu leben, aber eine Fregatte ist nun mal kein Kreuzfahrtschiff.

Kurs: Richtung Helgoland
Am Morgen des nächsten Tages wurde jeder Soldat aus den Lautsprechern mit dem traditionellen „Locken“, einem Pfeifsignal und den Worten „Reise – Reise – Aufstehen!“ geweckt. Dieser marinetypische Weckruf erfreute sich großer Begeisterung bei den Gästen an Bord. Nach der Auslaufmusterung läutete der Kommandant mit einem langem Thyphon, einem Signalhupen, und einem Lied von „Der Fluch der Karibik“ das Auslaufen ein – Kurs: Richtung Helgoland.

Mit auf der Ausbildungsfahrt war auch Fregattenkapitän Gero Demme, der das Kommando über die Fregatte im April übernimmt. Der 42-Jährige war schon einmal Erster Offizier auf der „Mecklenburg-Vorpommern“, kennt die Fregatte und wollte sich ein Bild über den Ausbildungsstand seiner zukünftigen Soldaten machen. Hierzu sollten er und alle anderen Gäste in den folgenden Tagen ausreichend Gelegenheit haben.

„Mann über Bord“
Die Crew des Schiffes bewies ihre Leistungs- und Teamfähigkeit neben dem eigentlichen Schwerpunkt, der Ausbildung der Flugdeckoffiziere und Helikoptercontroller, während etlichen Manövern wie: „Mann über Bord“, „Feuer auf dem Schiff“ oder „Hubschrauber-Notlandung“. Davon konnten sich nicht nur der amtierende und zukünftige Kommandant überzeugen, sondern auch der Kommandeur der Panzergrenadierbrigade „Vorpommern“, Brigadegeneral Benedikt Zimmer. Er besuchte zum ersten Mal das„Patenschiff. Brigadegeneral Zimmer hat zwar seit Mai 2009 die Führung der Vorpommern-Brigade übernommen, führte aber in dieser Zeit für fast sieben Monate das Deutsche Einsatzkontingent im Kosovo.

„Seemannssonntag“ zum Abschied
Bereits die Anreise von Brigadegeneral Zimmer gestaltete sich für einen Heeressoldaten relativ spektakulär: Nach sechs Stunden Autofahrt von Torgelow nach Nordholz in Niedersachsen, ging es mit dem Sea-Lynx, einem der zwei Bordhubschrauber des Schiffes, direkt auf das Flugdeck – in der für Heeressoldaten ungewöhnlichen Fliegerkombi mit Helm. Nach der Begrüßung durch den Kommandanten folgten eine Einweisung und ein Schiffsrundgang. Der Brigadekommandeur versprach den Marinesoldaten: „Wenn wir sie hier auf dem Schiff besuchen dürfen, können sie gern auch einmal die Brigade auf dem Truppenübungsplatz besuchen und Landluft schnuppern. Auch ein Kampfpanzer Leopard kann schaukeln.“
Einige Marinesoldaten nahmen die Einladung spontan an und sagten einen Besuch bei der Brigade zu. Ausreichend Gelegenheit hierzu wird es spätestens Ende November geben, dann üben Truppenteile der Brigade in Bergen auf dem Truppenübungsplatz den Erhalt ihrer Grundfertigkeiten, ein Schwerpunkt zwischen dem zurückliegenden und dem bevorstehenden Einsatz 2012.

Die Heeressoldaten erhielten weitere Eindrücke vom Arbeitsumfeld und den Abläufen an Bord. Und nach dem „Seemannssonntag“, der traditionell jeden Donnerstag bei Kaffee und Kuchen „gefeiert“ wird, ging es dann zurück in Richtung Wilhelmshaven und damit dem Ende einer durchweg interessanten Ausbildungsfahrt nach 740 Seemeilen bei der Marine entgegen. Das nächste Mal sehen wir uns beim Heer – an Land.
Bilder
Gruppenfoto mit dem Kommandeur Panzergrenadierbrigade 41 und … (Quelle: Heer/Benno Schultz)
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