13. Panzergrenadierdivision – Die Division im Osten Deutschlands
Die 13. Panzergrenadierdivision ist im 19. Jahr ihres Bestehens in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Mit der „Dreizehnten“ als Leitdivision trug zum ersten Mal ein Großverband der Bundeswehr die Verantwortung für die Aufstellung und Ausbildung der Einsatzkontingente des Heeres über einen Zeitraum von zwölf Monaten.
Hierbei wurden seit Februar 2009 die KFOR-Kontingente hauptsächlich aus den Reihen der Panzergrenadierbrigade 41 gebildet, die Panzergrenadierbrigade 37 hat bis März 2010 die Hauptlast des ISAF-Einsatzes getragen. Angehörige des in Leipzig beheimateten Stabes der Dreizehnten unterstützten innerhalb dieses Zeitraumes in beiden Einsatzgebieten, das heißt im Kosovo und in Afghanistan.
Die Struktur
Als die einzige Heeresdivision im Osten Deutschlands führt die 13. Panzergrenadierdivision nahezu alle Heerestruppenteile in den „neuen“ Ländern. Damit ist sie für etwa 12.500 Soldaten verantwortlich.
Die Verbände der unterstellten Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ (mit Stab in Frankenberg) sind in Thüringen und Sachsen stationiert, die Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ (mit Stab in Torgelow) verfügt über Standorte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Außerdem gehören mit dem Heeresmusikkorps 2 (Kassel) und dem Fernmeldebataillon 610 (Prenzlau) Verbände aus Hessen und Brandenburg zu den Divisionstruppen der Dreizehnten.
Ausbildung
Der Ausbildungsschwerpunkt der Dreizehnten war – solange sie als Leitdivision fungiert hat – die einsatzvorbereitende Ausbildung. Diese ist standardisiert und findet modulartig sowohl an den Heimatstandorten der jeweiligen Verbände, am Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) in der Altmark und am VN-Ausbildungszentrum in Wildflecken in der Rhön statt. Wie auch schon die Materialausstattung, trägt sie dem gesamten Spektrum der aktuellen Auslandseinsätze der Bundeswehr Rechnung und umfasst unter anderem die Inhalte „Eskalationsstufen gegenüber Menschenmengen bei Demonstrationen“, „Verhalten bei Auftreffen auf Sprengfallen“, „Patrouillentätigkeiten“ und „Informationsgewinnung durch Gesprächsführung“. Die einsatzvorbereitende Ausbildung orientiert sich dabei stets an aktuellen Erfahrungen aus den Einsatzgebieten und erfüllt in ihrer Qualität moderne internationale Standards. In jüngster Zeit war es der Division zudem möglich, für diese Art des Trainings auf neueste Fahrzeugmuster des Typs DINGO 2 zuzugreifen, der in seiner technischen Ausstattung speziell auf die Erfordernisse im Einsatzland zugeschnitten ist.
Derzeit befindet sich die Division in der Regenerationsphase nach dem Einsatz, trainiert aber im Rahmen von Übungsvorhaben auch bereits wieder ihre militärischen Kernkompetenzen, das heißt militärische Operationen verbundener Kräfte hoher Intensität. Ab dem Jahr 2011 wird die einsatzvorbereitende Ausbildung wieder in das Zentrum des Divisionsbetriebes rücken, bevor die Dreizehnte im Jahr 2012 erneut als Leitdivision in der Verantwortung stehen wird.
Die regionale Einbindung
Mit der Kommandoübernahme am 3. und 4. Oktober 1990 über den damaligen Militärbezirk III der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR betrat die werdende Division im wahrsten Sinne des Wortes völliges Neuland für die Bundeswehr. Die NVA-Verbände wurden nach und nach aufgelöst, beziehungsweise in den neuaufzustellenden Großverband integriert. Der firmierte damals noch unter „Wehrbereichskommando VII“. Es folgten Umbenennungen in „Division / WBK VII“ (1991), „WBK VII / 13. Panzergrenadierdivision“ (1995) und nach erfolgter Defusionierung schließlich die endgültige Aufstellung als „13. Panzergrenadierdivision“ (2001).
Die besondere Geschichte der Dreizehnten lässt sich auch mit einem Blick auf ihre regionale Einbindung ablesen. Zuerst war eine ausgeprägte Distanz der Bürger zu den uniformierten Staatsbürgern überall deutlich wahrnehmbar, was auf das oft zumindest ambivalente Verhältnis zwischen den Bürgern und der NVA zurückzuführen ist. Mit Geduld und Ausdauer war es jedoch möglich, das Vertrauen der Menschen und ihrer politischen Repräsentanten zu gewinnen. Neben dem Auftreten der Soldaten in der Öffentlichkeit als Staatsbürger in Uniform trugen besonders auch die Einsätze der Division im Rahmen des Katastrophenschutzes zu ihrer bald hohen Akzeptanz bei. So kämpften im Juli / August 1997 gut 2.500 Mann während des Oderhochwassers gegen die Fluten, bevor während des Jahrhunderthochwassers im August 2002 rund 10.000 unterstellte Soldaten unter anderem in Sachsen, Brandenburg und Sachen-Anhalt gegen die Flut an Elbe und Mulde zum Einsatz kamen.
Die Menschen und die verantwortlichen Politiker haben der Division viel Dank und Anerkennung für diese sehr bürgernahe Hilfe entgegengebracht. So haben an vielen Standorten Soldaten und Bürger gemeinsame Feiern in herzlicher Atmosphäre abgehalten. Auf dem Leipziger Marktplatz gab es erstmals in den neuen Bundesländern einen öffentlichen Großen Zapfenstreich, der von der Bevölkerung mit Stolz und Anteilnahme begrüßt wurde.
Schließlich gründete sich im Jahr 2002 der „Freundeskreis der Bundeswehr Leipzig e.V.“, der mit vielen gemeinsamen Veranstaltungen mit gutem Erfolg zur Integration der Leipziger Soldaten in ihr ziviles Umfeld beiträgt. Auch mit der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer gibt es eine intensive Kooperation. Sie hat unter anderem zum Ziel, Soldaten, die aus dem Dienst ausscheiden, Ausbildungsmöglichkeiten für ihren Start in das zivile Berufsleben zu eröffnen.
Multinationalität – Standard nicht nur im Einsatz
Die 13. Panzergrenadierdivision ist regelmäßig in multinationale Übungsvorhaben eingebunden. Darüber hinaus pflegt sie freundschaftliche Beziehungen zu ihren beiden Patendivisionen. Hierbei handelt es sich um die 11. Polnische Panzerkavalleriedivision, mit Sitz in Sagan in Schlesien, und um die legendäre „Big Red One“, das ist die 1. (US-) Infanteriedivision. Diese Patenschaften wurden in den Jahren 1994 und 2002 begründet. Sie sind ein praktischer Ausdruck der partnerschaftlichen Beziehungen innerhalb des NATO-Bündnissystems.

