Panzergrenadierbrigade 41 unter neuer Führung
Torgelow, 05.05.2009.
Die Panzergrenadierbrigade 41 -Vorpommern- ist der Großverband des Heeres im Nordosten. Seit 24. August 2007 wurde sie von Brigadegeneral
Klaus v. Heimendahl geführt. Am 5. Mai 2009 übertrug der Kommandeur der
13. Panzergrenadierdivision, Generalmajor Reinhard Kammerer, das Kommando von Brigadegeneral v. Heimendahl an Oberst Benedikt Zimmer und verlieh der Brigade das Fahnenband zur Truppenfahne.

„Paradeaufstellung – Stillgestanden! Zu den Truppenfahnen – Augen – rechts!“ halt es am 5. Mai 2009 in der Ferdinand von Schill-Kaserne in Torgelow über den Platz. Marschmusik ist zu hören und schon kurz darauf marschieren das Wehrbereichsmusikkorps I, der Ehrenzug und die Truppenfahnen ein. Auf dem Platz stehen Abordnungen von sieben Bataillonen unter Führung der Bataillonskommandeure. Am Rande des Platzes ist eine Tribüne aufgebaut, in der Mitte sind die Bataillonswappen postiert und an einem Kran hochgezogen glänzt das Wappen der Panzergrenadierbrigade 41 -Vorpommern- im Sonnenschein. Die Truppe ist angetreten, um der Kommandoübergabe der Panzergrenadierbrigade 41 den würdigen Rahmen zu geben, denn nach 20 Monaten als Kommandeur verlässt Brigadegeneral Klaus v. Heimendahl den Standort Torgelow. In wenigen Minuten wird der Kommandeur der 13. Panzergrenadierdivision, Generalmajor Reinhard Kammerer, das Kommando an Oberst Benedikt Zimmer übertragen.

Auslandseinsätze sind für Soldaten des deutschen Heeres Normalität
In seiner letzten Rede als Brigadekommandeur wendet sich v. Heimendahl an die angetretene Truppe. Er lässt seine Zeit als Brigadekommandeur Revue passieren und beschreibt die Herausforderungen, denen sich die Brigade während dieser Zeit zu stellen hatte. „Die Panzergrenadierbrigade 41 - Vorpommern - ... steht in besonderer Weise im deutschen Heer gegenwärtig für die Einsätze. Sie ist als einzige Brigade des deutschen Heeres in besonders herausfordernder Art und Weise durch die Umstellung auf die neue Einsatzsystematik betroffen,“ charakterisiert v. Heimendahl die derzeitige Lage der Brigade. Erst Mitte 2008 mit den letzten Angehörigen aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt, stehen die Soldaten der Brigade bereits seit Anfang 2009 wieder auf dem Balkan im KFOR-Einsatz.
Neben den Herausforderungen des Einsatzes stellt Brigadegeneral v. Heimendahl auch die Leistungen des „Team Hotel“, der in der Heimat verbleibenden Soldatinnen und Soldaten, hervor: „Nicht nur im Einsatz ist Arbeit zu leisten, sondern auch hier zu Hause... Ihre Aufgaben im Team Hotel sind vielfältig und fordernd“. Ohne das „Team Hotel“ könne, so v. Heimendahl weiter, die Leistungsfähigkeit der Verbände nicht erhalten bleiben. Die Aufgaben im Inland trügen folglich wesentlich zur Durchhaltefähigkeit im Einsatz bei.
„An diesem heutigen Tag ... gilt aus meiner Sicht aber auch ein Dank der Öffentlichkeit, die gerade hier in dieser Region in Vorpommern unserer Brigade Tag für Tag mit großer Offenheit begegnet,“ wandte sich v. Heimendahl zum Ende seiner Rede an die Gäste. Der Einladung nach Torgelow gefolgt waren unter anderem die Vizepräsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Landtages, der Landrat sowie zahlreiche Bürgermeister der Region. Einen Ehrenplatz auf der Tribüne nahm auch der erste Brigadekommandeur der Bundeswehr in Torgelow und spätere Generalinspekteur, General a.D. Hans-Peter v. Kirchbach ein.

Divisionskommandeur überträgt das Kommando
Es folgte die Meldung an den Kommandeur der 13. Panzergrenadierdivision, Generalmajor Reinhard Kammerer. In seiner Ansprache zog er als Fazit, dass General v. Heimendahl „die Brigade in einer schwierigen und herausfordernden Phase führen musste“, die allen, einschließlich v. Heimendahl viel abverlangte. Die weitere Marschrichtung für die Brigade machte Kammerer, mit Bezug auf den Einsatz in der neuen Einsatzsystematik des Heeres, deutlich: „Mit dem Auftrag, für ein volles Jahr die deutschen Heerestruppen im Kosovo und eine Verstärkung für unser ISAF-Kontingent in Afghanistan zu stellen, kommt eine erhebliche Herausforderung auf Sie zu,“ stellte er fest. Im Anschluss übertrug der Divisionskommandeur das Kommando über die Brigade an Oberst Benedikt Zimmer. Doch nach der vollzogenen Übergabe war der Appell noch nicht beendet, ein letzter Akt war noch zu vollziehen.

Truppenfahne für die Brigade
Erneut trat Generalmajor Kammerer an das Pult und erklärte in kurzen Worten die Bedeutung einer Truppenfahne für die Soldaten in früheren Zeiten und heute: „Ursprünglich war die Truppenfahne ein Führungsmittel zur Befehlsübermittlung, ein Erkennungs- und Sammelzeichen für die Truppe,“ erläuterte er. Ein Identifikationssymbol sei die Fahne für die Truppe schließlich geworden, und diese Tradition habe die Bundeswehr übernommen. Zunächst nur für Bataillone vorgesehen, erhalten mittlerweile auch Großverbände und Kommandobehörden Truppenfahnen. Oberst Michael Haupt, Führer der Paradeaufstellung, ließ die Fahne der Panzergrenadierbrigade 41 vortreten und der Divisionskommandeur heftete das Fahnenband an. Aus der Fahne wurde damit eine Truppenfahne. Der Verleihung des Fahnenbandes folgte die Nationalhymne und dieser die Abmeldung des Übergabeappells.

