Die Informations- und Lehrübung Nord hat begonnen
Bergen/ Munster, 14.06.2008.
Am 14. Juni begann die Informations- und Lehrübung auf den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen. An fünf Tagen wird den Besuchern jeweils ein ganztägiges Programm gezeigt.Die Lehrübung richtet sich in erster Priorität an den Führungsnachwuchs des Heeres, an ausgesuchte Offiziere und Unteroffiziere der Streitkräfte und Multiplikatoren des öffentlichen Lebens. Im Schwerpunkt stehen Ausrüstung, Fahrzeuge und Waffen, die das Heer heute und zukünftig im Einsatz repräsentieren. In mehreren Einzelvorführungen wird den erwarteten 4.000 Besuchern das Heer in Operationen mit hoher Intensität dargestellt.

Der erste Teil der Informations- und Lehrübung Nord wird von der in Munster beheimateten Panzerlehrbrigade 9 mit Unterstützung anderer Truppenteile durchgeführt. Als höchste militärische Gäste begrüßte Brigadegeneral Klaus Feldmann den Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Wolfgang Otto, und den Amtschef des Heeresamtes, Generalmajor Wolf-Joachim Clauß. Brigadegeneral Feldmann ist Kommandeur des Ausbildungszentrums Munster, welches die Lehrübung unterstützt. In seiner Begrüßung stellte er fest: „Diese Vorführung wird ihnen die Fragen beantworten: Was macht der Soldat im Einsatz, wie muss er ausgerüstet, wie muss er ausgebildet sein.“

Die Gefechtsfahrzeuge des Heeres
Zu Beginn der Vorführung wurden den Besuchern alle beteiligten Gefechtsfahrzeuge vorgestellt. Darunter auch der Prototyp einer Weiterentwicklung des Kampfpanzer Leopard 2 A6 für den Einsatz in bebautem Gebiet. Er wurde unter anderem mit einer zusätzlichen Waffenanlage sowie einem Räumschild ausgestattet und erhielt eine Speziallackierung. Auf die Weiterentwicklungen im Bereich Minenschutz wurde besonders hingewiesen.

Der Einsatzverband muss ständig wechselnden Lagen gewachsen sein
Ziel der Vorführung war es, dem Führernachwuchs anschaulich zu verdeutlichen welche Anforderungen auf einen Einsatzverband zukommen können. In einer ersten Phase wurden der Aufbau und das Betreiben eines Checkpoints gezeigt. Die Lage eskalierte jedoch recht schnell, gegnerische Kräfte wurden aufgeklärt. In der Folge entwickelte sich die anfänglich ruhige Lage sehr schnell zu einer Operation verbundener Kräfte mit hoher Intensität.

Der Einsatz stellt hohe Anforderungen an alle Führer und Geführte
Die gezeigten Bilder veranschaulichten eindrucksvoll das Zusammenwirken aller Truppengattungen. Die Spähwagen Fennek der Aufklärer lieferten die Gefechtsfeldinformationen für die gepanzerten Verbände. Drohnen übernahmen die luftgestützte Aufklärung. Kampfpanzer Leopard 2A6 und Panzergrenadiere mit Schützenpanzer Marder zerschlugen mit Unterstützung zweier Tornados der Luftwaffe feindliche gepanzerte Kräfte. Die Heeresflieger unterstützten die Operation mit Panzerabwehrhubschraubern vom Typ BO 105. Die Kampfunterstützung erfolgte mit dem Brückenlegepanzer Biber und dem Minenräumpanzer Keiler. Die Artillerie unterstützte durch Steilfeuer die Operation. Verletzte wurden mit Sanitätspanzern und Hubschraubern ins Rettungszentrum gebracht. Beschossene Kettenfahrzeuge schleppte der Bergepanzer 3 Büffel zum Instandsetzungspunkt. Diese komplexen Bilder lassen die Führungsleistung unter Zeitdruck die dahinter steckt nur erahnen.

Bilder für die Ausbildung
In einem Einsatzszenario ist der Kampf nur ein Teil der möglichen Operationen. Denn der gesamte Auftrag im Einsatzgebiet muss natürlich weiter ausgeführt werden.
Während die Einsatzkräfte den Feind zerschlugen musste auf engsten Raum humanitäre Hilfe geleistet werden. Konvois ziviler Hilfsorganisationen wurden mit militärischem Schutz begleitet. Gewaltbereite Demonstranten und terroristische Angriffe wurden abgewehrt. Die 90-minütige Vorführung „Heer im Einsatz“ zeigte eindrucksvoll alle Facetten eines dynamischen und komplexen Einsatzumfeldes.
„Für unseren Nachwuchs sind diese gestellten Bilder wichtig. Sie sind ein Angebot und können von den Führern aller Ebenen in die Ausbildung ihrer Soldaten umgesetzt werden“, sagt Oberstleutnant Norbert Rahn (45). Rahn ist Kommandeur des durchführenden Panzerbataillons 33, welches zur Lehrbrigade 9 gehört. Mit seinem Bataillon hat er die Bilder zeitlich und räumlich komprimiert und realitätsnah an möglichen Einsatzszenarien dargestellt. Die beeindruckenden Bilder werden bei den Zuschauern noch lange in der Erinnerung bleiben.
Bilder
Die Panzerhaubitze 2000 unterstützt die Operation (Quelle: Heer/Volker Jung)
Größere Abbildung anzeigenVier Meter Wassertiefe sind kein Hindernis (Quelle: Heer/Volker Jung)
Größere Abbildung anzeigenDer Dachs überquert die vom Biber gelegte Brücke (Quelle: Heer/Volker Jung)
Größere Abbildung anzeigenMittlere Transporthubschrauber bringen Wiesel (Quelle: Heer/Volker Jung)
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