Mitglied des Haushalts- und Verteidigungsausschusses informiert sich über die „Löwendivision“
Sigmaringen, 05.08.2008.
Der Bundestagsabgeordnete Alexander Bonde besucht zur Zeit verschiedene Bundeswehrstandorte in Baden-Württemberg, um sich einen persönlichen Eindruck über die personelle und materielle Einsatzbereitschaft der Truppe sowie die Zusammenarbeit der Bundeswehrdienststellen und der Wehrverwaltung mit den Kommunen zu verschaffen.

Alexander Bonde ist Mitglied im Haushalts- und Verteidigungsausschuss und besuchte am 4. August die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen, den Standort der 10. Panzerdivision. Die „Zehnte“ unterstützt, durch eigene Soldaten aus dem Stab und den beiden unterstellten Brigaden in Amberg und Bad Reichenhall, allein in diesem Jahr mit über 4.000 Soldaten die Einsätze auf dem Balkan und in Afghanistan. Im Mittelpunkt der Gespräche standen neben den aktuellen Herausforderungen der Bundeswehr, wie die Alimentierung der besonderen Auslandseinsätze im Kosovo, Bosnien und Afghanistan ab Mitte September, die intensive Einsatzvorbereitung für 2010, die sanitätsärztliche Versorgung sowie durch Sanierungsprogramme initiierte baulichen Maßnahmen in der Kaserne.

Hoher Qualitätsstandard
Der Standortälteste und stellvertretende Kommandeur der 10. Panzerdivision, Brigadegeneral Manfred Hofmeyer, begrüßte den Abgeordneten in der Graf-Stauffenberg-Kaserne. Begleitet wurde der Abgeordnete durch die Sigmaringer Stadträtin Ursula Voelkel und den Kreisvorsitzenden des Landkreises, Roland Hoheisel-Gruler. In mehreren Vorträgen wurden die Besucher umfassend über die momentane Situation der Dienststellen am Standort informiert. Zu Beginn erläuterte der stellvertretende Leiter des Fachsanitätszentrums, Oberfeldarzt Dr. Cem Hübner-Müller die Fähigkeiten der truppen- und fachärztlichen Versorgung. Etwa 100 militärische und zivile Mitarbeiter sorgen hier für die Gesunderhaltung der Patienten in einem Radius von 60 bis 70 Kilometer, sei es allgemeinmedizinisch, orthopädisch, dermatologisch oder augenärztlich. „Wir haben einen hohen Qualitätsstandard und brauchen uns nicht vor den Praxen vor Ort zu verstecken“, so Dr. Hübner-Müller. Auf die Frage des Abgeordneten, ob sich der Ärztemangel in Deutschland im Sanitätsbereich bemerkbar mache, entgegnete der Oberfeldarzt, dass diese allgemeine Situation grundsätzlich in die Bundeswehr hineinwirke, schließlich konkurriere man bei diesen hoch spezialisierten Dienstposten zusätzlich mit dem europäischen Ausland.
Gut gerüstet
Auch beim Führungsunterstützungsbataillion 291 erkundigte sich Bonde über die aktuelle Lage. Der Kommandeur, Oberstleutnant Roland Kaiser, begrüßte den Abgeordneten und gab ihm einen Überblick über die Besonderheiten seines Verantwortungsbereichs, insbesondere der derzeitigen Personal- und Materiallage seines Bataillons und die laufenden Baumaßnahmen für die infrastrukturelle Entwicklung bzw. Anpassung der Graf-Stauffenberg-Kaserne an die zukünftige Belegungsplanung. In Sigmaringen entsteht derzeit eine der vier großen zentralen Bundeswehrapotheken, die Soldaten in Baden-Württemberg, Bayern und dem Kosovo mit Medikamenten und medizinischem Gerät versorgt.
Im Anschluss an diesen Vortrag folgte dann eine allgemeine Einweisung in die Lage der 10. Panzerdivision durch den stellvertretenden Chef des Stabes, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Gerhard Polter. Unter dem Fokus der Transformation wurden im weiteren Verlauf heeresspezifische Führungs- und Einsatzgrundsätze vorgestellt. Zentrale Themen waren weiterhin die Systematik der Vorbereitung und die Auswertung der Einsätze sowie die damit verbundene hohe Belastung der Soldatinnen und Soldaten durch die schnelle Einsatzabfolge. Ein besonderes Augenmerk legte Bonde dabei auf die Aufträge der „Löwendivision“ als Leitdivision der Stabilisierungskräfte - Aufstellung, Ausbildung, und Verlegeplanung. „Die steigenden Anforderungen und die hohe Belastung ist uns bewusst, deswegen ist ein wichtiger Aspekt für die Diskussion im Parlament die Vor- und Nachbereitung der Auslandseinsätze“, erklärte Bonde. Abschließend wurde über die Konsequenzen bei der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft aus Sicht der 10. Panzerdivision für Ausbildung, Übung und Einsatz vorgetragen und rege diskutiert.
Am Ende waren sich jedoch alle einig. „In der Ausbildung der Soldaten sind wir Europameister“, wie Oberst i.G. Polter den Qualitätsanspruch formulierte. In den Einsatzgebieten insbesondere in Afghanistan sind wir gut ausgerüstet. Mit geschützten Fahrzeugen wird die Bundeswehr der gestiegenen Bedrohungslage gerecht.

