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Gebirgsjäger: Spezialisten für extreme Bedingungen

Bad Reichenhall, 22.08.2011.
Die Berge stellen außergewöhnliche Anforderungen. Da ist zum einen das extreme, unwegsame und steile Gelände und als besondere Herausforderung das Wetter in der Höhenlage. Innerhalb kürzester Zeit kann es umschlagen und gewaltige Temperaturstürze verursachen. Die Gebirgsjäger führen ihren Auftrag auch unter diesen Bedingungen durch. Sie sind bestens ausgebildet und zweckmäßig ausgerüstet. Der Dienst stellt hohe körperliche und geistige Anforderungen an die Soldaten.

Sehr anstrengend, der Gefechtsmarsch bergauf

Sehr anstrengend, der Gefechtsmarsch bergauf (Quelle: Heer/Klaus Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Es ist warm, sehr warm. Der Schweiß rinnt den Gebirgsjägern in Strömen übers Gesicht. Mühsam und schwer atmend gehen die Soldaten unter gegenseitiger Sicherung den schmalen, steinigen und steilen Weg zum Gebirgsübungsplatz „Reiteralpe“ hinauf. Zusätzlich zur ihrer persönlichen Ausrüstung tragen die Soldaten Schutzweste und Gefechtshelm. Die schweren Waffen, das Maschinengewehr mit Zubehör und die Panzerfaust, sind auf drei Soldaten des Zuges verteilt. Doch damit nicht genug. Die Kletteraustattung und die zerlegbare Universaltrage müssen auch mitgenommen werden. Alles Material ist auf die Jäger verteilt.

Der Gruppenführer lässt kurz halten und orientiert sich. Sofort gehen alle anderen Soldaten in Deckung und sichern rundum. Stabsgefreiten Pukropski hat dabei eine besondere Aufgabe. Er trägt das gut zehn Kilogramm schwere Maschinengewehr und somit die wichtigste Waffe. Bei einem möglichen Feindkontakt kann er schon auf große Entfernung den Feind bekämpfen.

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Das Maschinengewehr in Stellung

Das Maschinengewehr in Stellung (Quelle: Heer/Klaus Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung und Einsätze bestimmen die Laufbahn

„Mein Wunsch war es schon immer, als Mannschaftssoldat zu den Gebirgsjägern zu gehen“, erinnert sich der 24-Jährige. Deshalb informierte er sich unmittelbar nach Beendigung seiner Lehre beim Kreiswehrersatzamt über die Möglichkeiten in der gewünschten Verwendung und bewarb sich. Mit Erfolg. Als freiwillig längerdienender Grundwehrdienstleistender wurde er im Juni 2007 zu den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall eingezogen. „Ich wollte meinen Wehrdienst nicht nur am Standort verbringen, sondern auch etwas sehen und erleben“, erklärt der Stabsgefeite.
Nach seiner Ausbildung zum Kraftfahrer der Fahrschulklassen BCE folgten zwei Auslandseinsätze: Im Rahmen von KFOR als Sicherungssoldat in Prizren und 2010 als Kraftfahrer bei ISAF in Afghanistan.

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Kräfte raubend: Gebirgsjäger erklimmen die Felswand

Kräfte raubend: Gebirgsjäger erklimmen die Felswand (Quelle: Heer/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

Es wird viel verlangt, man aber kann auch viel mitnehmen

Weiter geht es im Berg: Nachdem der Hochgebirgszug die Felswand für die Gebirgsjäger gangbar gemacht hat, ziehen sich die Jäger aus der Sicherung zurück und klettern gesichert am Kletterseil die Felswand hoch. Der Aufstieg ist sehr anstrengend. Nicht nur die Hitze macht den Soldaten zu schaffen, auch die Ausrüstung tut ihr Übriges. Oben angekommen sucht Pukropski direkt eine geeignete Stelle, aus der er mit dem Maschinengewehr gut wirken kann. Nachdem der letzte Jäger die Felswand hochgeklettert ist, geht es weiter. Es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. „Bei der Ausbildung und bei den Übungen lernt man seine körperliche Leistungsfähigkeit kennen. Das war auch ein Grund für mich, zur Bundeswehr zu gehen. Im Sommer gehen wir zur Weiterbildung Klettern, im Winter Skifahren. Und ich bekomme dafür auch noch rund 1.600 Euro Sold“, sagt der Hobby-Kletterer und Snowboardfahrer lachend.

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Der Stabsgefreite kurz vor dem heutigen Etappenziel

Der Stabsgefreite kurz vor dem heutigen Etappenziel (Quelle: Heer/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

Bundeswehr unterstützt den Wiedereinstieg in die zivile Wirtschaft

Pukropski ist mittlerweile Soldat auf Zeit für acht Jahre. Er wechselte auf eigenen Wunsch auf den Dienstposten des Waffen- und Gerätewartes in die Waffenkammer der Kompanie. Dort ist er für die rund 200 Handwaffen der Einheit und für das optische Gerät verantwortlich. Neben der Waffenaus- und der Waffenrückgabe bei jedem Tag- und Nachtschießen oder Ausbildungsvorhaben der Kompanie, stellt er die Funktion aller Handwaffen sicher. Dazu gehört auch das Einsteuern von defekten Waffen zur Instandsetzung.

„Den Entschluss für acht Jahre zu den Gebirgsjägern zu gehen, habe ich nie bereut. Ich würde es jederzeit noch einmal machen. Die Kameradschaft ist super, wir sind viel in der Natur und ich kann meine Hobbys mit dem Dienst verbinden. Ein weiterer Vorteil ist die unentgeltliche ärztliche Versorgung und die vielen Sportmöglichkeiten“, erklärt der gelernte Wärme-, Kälte- und Schallschutzgeselle. Über den Berufsförderungsdienst möchte er zusätzlich einen neuen Handwerksberuf erlernen. Dazu unterstützt ihn der Berufsförderungsdienst finanziell und auch mit schulischer und beruflicher Bildung am Ende und nach der Dienstzeit.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Michael Seidel


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