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Danubia ist wieder sicher!

Wildflecken, 25.06.2008.
Zehn Tage lang haben 1.100 Soldaten der 10. Panzerdivision und der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ im Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken geübt. Der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Markus Bentler, zieht nach der Übung „Goldener Schild 2008“ ein positives Resümee.

Die Rollenspieler sorgten für realistische Einlagen
Die Rollenspieler sorgten für realistische Einlagen (Quelle: Heer/Daniel Litzinger)Größere Abbildung anzeigen

Der Leitungsstab der Sigmaringer „Löwendivision“ inszenierte für die Stäbe der Gebirgsjägerbrigade 23 und der unterstellten Bataillone komplexe Lagen im virtuellen Einsatzland „Danubia“. Das Szenario war ein bekanntes. Die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger sollten, ähnlich wie in Afghanistan und auf dem Balkan, eine Stabilisierungsoperation in einem multinationalen Umfeld planen und führen. Es ist eine Stabilisierungsoperation unter den Bedingungen des Three-Block-War-Szenarios und im Zusammenwirken mit anderen Teilstreitkräften. Dabei mussten sich die Gefechtsstände nicht nur mit militärischen Aspekten auseinandersetzen, sondern auch mit den Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Anwendung des „Effects Based Approach to Operations Design“, kurz EBAO, stand als neuer Übungszweck auf dem Programm und machte den Übungsteilnehmern die vernetzte Sicherheit deutlich. Hiermit stand den Führungsebenen ein System zur Verfügung, das die Auswirkungen des militärischen Handelns auf andere Bereiche wie Infrastruktur oder Politik aufzeigte. „Es führt uns die Komplexität eines Einsatzes mit allen Auswirkungen in einer sehr übersichtlichen, klar erkennbaren Form vor Augen“, erklärt Bentler.

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Im „Land Component Command“ laufen alle Fäden zusammen
Im „Land Component Command“ laufen alle Fäden zusammen (Quelle: Heer/Daniel Litzinger)Größere Abbildung anzeigen

Virtuelle und reale Welt

Durch die Nutzung des Gefechtssimulationszentrums des Heeres in Wildflecken konnte der größte Teil der Truppe in den Standorten bleiben. Diese hochmoderne und in Deutschland einzigartige Einrichtung ermöglichte es den Stäben, realitätsnah und unter Einsatzbedingungen zu üben. Dank des Simulationssystems konnten die Entscheidungen der Gefechtsstände sofort analysiert und ausgewertet werden. Umgekehrt mussten die Gefechtsstände sofort mit den Auswirkungen ihrer Entscheidungen leben. Bei virtuellen Auseinandersetzungen sollte es nicht bleiben. Um das militärische Handwerk, den Kampf, zu üben, griffen immer wieder Rollenspieler die Gefechtsstände, die sich selbst schützen mussten, an. Sie erzeugten dort reale Bilder, wie sie im Einsatz auf die Soldaten zukommen können.
Im Leitungsstab, der in Zweitrolle auch als übergeordnete Kommandobehörde „Land Component Command“ für die Brigade agierte, liefen alle Fäden zusammen. Ausgestattet mit modernsten Kommunikations- und Rechneranlagen wurde von dort die Übung gesteuert und jede Entscheidung der Stäbe überwacht. Als Spinne im Netz kontrollierte der Chef der Übungssteuerung, Major im Generalstabsdienst Tobias Limmer, den Ablauf. Unterstützt wurden die Heeressoldaten dabei von Angehörigen der Marine, der Luftwaffe, des Sanitätsdienstes und der Streitkräftebasis.

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Generalleutnant Otto wird von Generalmajor Bentler begrüßt
Generalleutnant Otto wird von Generalmajor Bentler begrüßt (Quelle: Heer/Dana Kazda)Größere Abbildung anzeigen

Positives Fazit

Bentler, der selbst einmal Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 und als Brigadekommandeur im Kosovoeinsatz war, zog eine positive Bilanz: „Die Übung hat gezeigt, dass sie dringend notwendig ist und dass wir hier üben müssen, um uns auf die Auslandseinsätze vorbereiten zu können. Die Stabilisierungsoperationen in den Krisengebieten sind so komplex und mannigfaltig geworden, dass wir die Führer und die Stäbe darin immer wieder ausbilden müssen.“ Er mahnte gleichzeitig an, das Handwerkszeug, den militärischen Kampf nicht zu vergessen. „Die Truppe hat sich hervorragend auf die Übung vorbereitet und man merkt einen deutlichen Leistungssprung im Vergleich zu den letzten Jahren.“ Davon machte sich auch der Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Wolfgang Otto, aus Koblenz während seines Dienstaufsichtsbesuchs ein eigenes Bild.
Nachholbedarf sah Bentler bei der Übungssprache Englisch: „Viele Soldaten verfügen noch nicht über die notwendige Sprachkompetenz, um bei multinationalen Operationen zu bestehen. An dieser Sprachkompetenz müssen wir weiter arbeiten.“

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Ausblick

Mit der nächsten Übung, dem „Goldenen Schild 2009“, möchte der Divisionskommandeur seine „Zehnte“ auf die bevorstehenden Auslandseinsätze im Jahr 2010 vorbereiten. Die Gebirgsjägerbrigade 23 hat die einzigartigen Möglichkeiten des „Goldenen Schildes“ genutzt und blickt jetzt auf ihren Auslandseinsatz im Herbst.

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: Daniel Litzinger


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